160 (Aus dem psychologischen Laboratorium der Universität Krakau.) Untersuchungen über das periphere Sehen. Ein Beitrag zur Psychologie der Aufmerksamkeit. Von Stanislaw Lobia. I. § 1. Lange galt als unanfechtbar der Satz von Helmholtz, „die Aufmerksamkeit sei ganz unabhängig von der Stellung der Akkommodation des Auges, überhaupt von einer bekannten Ver¬ änderung in und an diesem Organe“. Erst in der Abhandlung „Die Aufmerksamkeit und die Funktion der Sinnesorgane“ 1 bat W. Heinrich auf Grund unmittelbarer Messungen der Pupillen- gröfse und des Krümmungsradius der vorderen Linsenfläche, diese Behauptung als unrichtig gefunden und damit eine neue Grundlage für die Untersuchung der Erscheinungen der Auf¬ merksamkeit im Anschlufs an die Funktion der Sinnesorgane geschaffen. Die genannte Untersuchung ergab nämlich folgendes: 1. Bei der Anschauung der Objekte in den seitlichen Teilen des Gesichtsfeldes ändert sich die Akkommodation, trotzdem der Abstand der angeschauten Objekte derselbe bleibt wie derjenige der zentral gesehenen. Die Änderung offenbart sich in der Ab¬ flachung der Linse und in der Vergröfserung der Pupille. 2. Der Krümmungsradius nimmt beim seitlichen Sehen mit dem Winkel, unter welchem sich das Objekt zur Achse befindet, anfangs zu, von dem Winkel von 50° an ab. Diese Änderungen sind relativ gering. 1 Vgl. Zeitschr. f. Psych, u. Physiol, d. Sinnesorgane 9 n. 11.