290 Literaturbericht. Ament im Gebiete von Licht- und Schallintensitäten unter seiner Leitung ausgeführten Versuche (.Philos. Stud. 16, 135) su der Ueberzeugung, „dafis die ebenmerklichen Unterschiede mit der Intensität der sie begrenzenden Empfindungen wachsen.“ Vermuthungsweise spricht der Verf. die Ansicht aus, dafs die gefundene Gesetzmäfsigkeit auch für andere Gebiete Gültigkeit habe. Aus den erbrachten Resultaten folgert Külpr, dafs das WsBBB’sche Gesetz für ebenmerkliche Unterschiede etwas anderes bedeute, als für übermerkliche. „Während es dort nur besagt, dafs das merkliche Vor¬ handensein eines Empändungsunterschieds bei gleichen relativen Reis¬ unterschieden gleich bleibt, würde es hier bedeuten, dafs gleichen Reis¬ verhältnissen, beziehungsweise relativen Reizunterschieden gleiche Em¬ pfindungsunterschiede entsprechen.“ Wegen der Zweideutigkeit des Terminus Constanz, der relativen Reizunterschiede, der relativen Unter¬ schiedsempfindlichkeit empfiehlt es sich nach K., „von einer Constant der relativen Unterschiedsbestimmung bei ebenmerklichen, von einer Constanz der relativen Unterschiedsvergleichung bei übermerklichen Unterschieden zu reden.“ Das WEBKa'sche Gesetz kann man somit nach K. auch als eine „Abhängigkeitsbeziehung zwischen der Merklichkeit von Unterschieden und deren objectiver Gröfse bezeichnen oder, da es nur psychologisch gedeutet werden kann, als ein Apperceptionsgesetz, womit die Function der Maafs- einheit des ebenmerk]ichen Unterschiedes und somit auch Fbchnkb’s psychophysisches Formelsystem hinfallen. Unter Merken versteht K. Constatiren, Auffassen, Beurtheilen von Empfindungen oder Empfindungsunterschieden. Die Ausdrücke Merken und Vorhandensein sind hiernach nicht identisch. Es kann psychisch etwas vorhanden und wirksam sein, ohne dafs es bemerkt wird. Nur in diesem Sinne ist der Ausdruck „unbewufst“ in der Psychologie nach K. brauchbar. Der Verf. schliefst die werthvolle Mittheilung, indem er darauf hin¬ weifst, dafs für ebenmerklicheReize bezw. Empfindungen dasselbe gelte, was für ebenmerkliche Empfindungsunterschiede wahrscheinlich ge¬ macht worden sei. Kiesow (Turin). Wilhelm Wibth. Der F echner-Helmholtz’sehe Satz Aber negative Steh¬ bilder and seine Analogien. Mit 9 Figuren im Text und 1 angehängten Tafel. Wundt's Philos. Studien 16 (4), 465-567. 1900. Die in Wundt’s Institut ausgeführte umfangreiche Arbeit theilt sich, soweit sie uns bis jetzt vorliegt, nach einer Einleitung (Historisch-Kritisches, Fragestellung) in zwei Kapitel. Von diesen trägt das erste die Ueber- schrift: Prüfung des Fechner - Helmholtz ’ s c h e n Satzes für den Helligkeitswerth farbloser Nachbilder durch Pigmentver¬ suche. Das zweite behandelt Episkotisterversuche. Der Verf. beanstandet, dafs die hier vorliegende Gesetzmäfsigkeit (Proportionalität zwischen der durch Ermüdung eingetretenen Herab¬ minderung der Erregung und dem objectiven Reiz) mit von Kries als HELMHOLTz’scher Satz benannt wird, er will sie, da sie auf Fechner zurück-