Zwei optische Täuschungen. Nach Beobachtungen von Prof. Danilewsky mitgetheilt von Prof. Dr. W. A. Nagel in Freiburg i. Br. (Mit 3 Fig.) Bei seinem Aufenthalte in Freiburg i. Br. im Sommer¬ semester 1901 zeigte mir Herr Prof. Danilewsky zwei optische Erscheinungen, die man unter den Begriff der „optischen Täuschungen“ rechnen müssen wird und die ich, seinem Wunsche entsprechend, hier mittheile und zu erklären versuche. L Der eine Versuch stellt eine Ergänzung einer bekannten Beobachtung von S. Thompson dar. Wenn man auf weifser Papierfläche eine Anzahl concentri- scher Ringe mit dicken schwarzen Strichen und in nicht zu grofsem gegenseitigen Abstande gezeichnet hat und nun der ganzen Scheibe eine leichte Drehbewegung ertheilt (wobei das Centrum der Scheibe einen Kreis von etwa 1 cm Durchmesser beschreibt und die ganse Scheibe stets sich selbst parallel ver- schoben wird (Thompson’s rinsing movement), so hat man be¬ kanntlich den deutlichen Eindruck, dafs sich auf der Scheibe ein heller Streifen uhrzeigerartig dreht. Der Zeiger geht durch den Mittelpunkt der Scheibe und an beiden Seiten bis an deren Rand. Seine Drehungsrichtung ist derjenigen der ganzen Scheibe gleich. Herr Prof. Danilewsky hat nun beobachtet, dafs, wenn man zwei derartige Scheiben A und B neben einander legt, den Mittelpunkt von A fixirt und nun diese Scheibe A bewegt, die Zeigerdrehung sowohl auf der bewegten wie auf der ruhenden Scheibe B in gleicher Weise sichtbar ist. Wird dagegen A fixirt, aber B bewegt, so erscheint die Zeigerdrehung nur auf der (ir