218 IÀteratwrbericht. mehr Einheitlichkeit und System in das Ganze gekommen, wenn der phänomenologische Gesichtspunkt, der im letzten Kapitel gelegentlich der Frage nach der Allgemeinheit, bezw. Abstractheit oder speciellen Concret- heit fn Tnari^keit und Freude beiläufig gestreift wurde, von vorne hemin die Frage der Analyse von QafühLaa -noch mehr pikf rt Wibth (Leipzig). Henbt Hughes. Die Mimik des Menschen auf Grand volantarischer Psychologie. Frankfurt a. M., Joh. Alt, 1900. 42ö S. Mk. 14.—. Die Ausführungen über die Mimik, welche auch die P&ntomimik zu umfassen bestrebt sind, können von der Behandlung der „voluntarischen Grundlage“, dem Versuche einer ganzen Gefühls- und Willenspsychologie, leicht abgetrennt werden. Von kurzen Hinweisen abgesehen, erfüllen die¬ selben zunächst 8. 88—209, wo die einzelnen Bewegungen des Gesichtes und des übrigen Körpers an der Hand der Muskelanatomie beschrieben werden, ferner den Schlufs des Buches S. 343—419, wo die eigentliche Psychologie der Mimik behandelt wird und die Gernüthsbewegungen als Eintheilungsgrund für die typischen Ausdrucksformen festgehalten sind. Zahlreiche Abbildungen, vor Allem die bekannten nach Pidbbit etc. sind besonders in diesen letzten Theil eingefügt. Der Werth des Buches dürfte vor Allem in der zuerst genannten Gruppe zu suchen sein. Wenn auch nichts Neues geboten wurde, so ist doch alles wesentliche Material an Aus¬ drucksbewegungen systematisch geordnet. Zunächst werden die einzelnen Muskelgruppen der Sinneswerkzeuge, der übrigen körperlichen Organe und Glieder in ihrer ursprünglichen, äufserlichsten Function dargelegt und dann bereits die „Verinnerlichung“, d. h. die eigentliche mimische Be¬ deutung der ähnlichen Combinationen angeschlossen; es wird also bereits, nur unter einem anderen Gesichtspunkt, dem letzten Theile vorgegriffen. Als Erklftrung8princip gilt hier vor Allem im Anschlufs an Wundt die Ge¬ fühlsverwandtschaft des dargestellten Seelenzustandes einerseits und der darstellenden Bewegung bei jener ursprünglichen Function andererseits. Doch scheint Verf. bei dem Bestreben, möglichst viele unter sich ver¬ schiedene Gemüthsbewegungen verschiedenen Coordinationen ein und der nämlichen Muskelgruppe eindeutig zuzuordnen, vor Allem bei den Augen¬ bewegungen nach Schema S. 138 zu weit zu gehen. Bei der Mimik des Mundes darf die rein asthenische Oeffnung in Folge von Ueberraschung und anderweitiger Beschäftigung der Aufmerksamkeit kaum, wie auf S. 151, mit der willkürlichen Oeffnung des Mundes zur Aufnahme von Speise in Zusammenhang gebracht werden. Die Verschiebung des psychologischen Thatbestandes wird noch klarer im letzten Theile S. 372. Verf. setzt hier bei dem „Erstaunen“ nicht die Absorption der Energie durch das Neue und die hiermit gegebene Hemmung anderweitiger Functionen dem Oeffnen des Mundes parallel, sondern ein zweites Stadium der positiven Ergreifung des Neuen, um jene Analogie mit der Aufnahme von Speise zu erlangen. Doch betont Verf. selbst auch, dafs jenes Offenstehen des Mundes nur bei relativer Schwäche vorkomme. Noch schwieriger wird die Zurückführung natürlich bei den Reflexbewegungen, und dürfte z. B. die angedeutete Be-