(Aus der von Dr. Kiesow geleiteten Abtheilung für experimentelle Psycho¬ logie des physiologischen Instituts der Universität Turin.) lieber Geschmacksempfindungen im Kehlkopf. Von F. Kiesow und R. Hahn. Im J. 1868 beschrieb E. Vebson1 2 im zweiten Viertel der hinteren Epiglottisfläche des Menschen Gebilde, die er mit einigen Abweichungen in allen wesentlichen Punkten als mit denen übereinstimmend erkannte, die kurz zuvor von G. Schwalbe* und Ch. Lovén 3 4 gleichzeitig und unabhängig von einander in der Zunge des Menschen und einiger Säugethiere gefunden und von diesen Forschem als die Elementarorgane des Geschmacks¬ sinnes gedeutet waren, nachdem schon F. E. Schulze * 1863 die 1851 von Leydig 5 im geschichteten Epithel der Süfswasserfische gesehenen ähnlichen Gebilde als Geschmacksorgane erkannt und diese mit den von ihm selbst in der Gaumenschleimhaut der Fische, sowie 1861 von Axel Key 6 in den pilzförmigen Papillen der Froschzunge entdeckten Organen als in functioneller Hinsicht gleichbedeutend bezeichnet hatte. Auf Grund der erwähnten Beobachtung leugnete Vebson die Auffassung dieser Gebilde als Geschmacksorgane, da sie eben auch an einer Stelle gefunden würden, wohin keine Geschmacksstoffe gelangen. So auch noch Fosteb 1881 (s. u.). 1 E. Verson, Wienei' Sitzungsberichte 57 (1), 1093. 2 G. Schwalbe, Arch. f. mikroskop. Anat. 3, 504 ; 4, 154. 3 Ch. Lovén, Ebenda 4, 96. 4 F. E. Schulze, Zeitschr. f. wiss. Zoologie 1*2, 218. 5 Leydig, Ebenda 3, 1. 6 A. Key, Arch, von Reichert u. Du Bois-Reymond 1861, 346.