Li ter a turberich t. 251 A. Höpubr und St. Witabck. Paychelogliehe Sehilfaraithe mit isgtbe ter iffUPftli. Leipzig, Barth, 1900. 80 S. Mk. 1.20. Das kleine Büchlein hat, wenn man sich genau an den Wortlaut de* Titels hält, speciflsch österreichische Abzweckung, denn es ist vor Allem berechnet aut den propädeutischen Psychologieunterricht an höheren Schalen, dessen wir uns im Reiche leider noch nicht (genauer: noch nicht wieder) zu erfreuen haben. Doch können wir sehr wohl jenem Titel den etwas weiter greifenden: „Psychologische Demonstrationsversuche“ sub- stitniren und damit zugleich aussprechen, welchen Bedürfnissen das Buch auch aufserhalb der Schule entgegenzukommen im Stande ist. Es enthält nämlich eine aufserordentlich brauchbare Anleitung dazu, einen Lehrcureus in Psychologie mit relativ sehr geringen Mitteln so auszugestalten, dafs die moderne experimentelle Behandlung darin auch zu ihrem Rechte kommt. Und wenn man bedenkt, wie gering die Zahl der vorhandenen Laboratorien and Fachexperimentatoren, wie grots dagegen die Anzahl der auf Universi¬ täten und Lehrerseminaren abgehaltenen Psychologiecurse, in denen — noth- gedrungen oder weil man's nicht anders welfs — ein blofses Dictiren und Theoretisiren an der Ordnung ist, dann mufs man mit hoher Freude ein Unternehmen begrüfsen, welches znr Beseitigung dieser Rückständigkeit beizutragen geeignet ist. H. und W. zählen im Ganzen 76 Versuche auf, die sich über das ge¬ säumt© Gebiet der experimentell bearbeitbaren Psychologie erstrecken, wenn auch die- Empflndungssphäre den gröfsten Raum einnimmt. Jedes¬ mal wird erst der Apparat genannt und dann In möglichster Kürze eine Versuchsanordnung angegeben, welche einen ebenfalls nur im Depeschenstyl angedeuteten psychischen Thatbestand zur Demonstration bringt. Solche Knappheit ist dadurch möglich geworden, dafs sich das Buch gleichsam nur als Ergänzung zu einem psychologischen Lehrbuch des einen Verf.’s (Höflkb) darstellt, auf welches fortwährend verwiesen wird. Diese Ab¬ hängigkeit ist ein Mangel des Buches, dessen Abstellung den Verff. für die dringend zu wünschenden künftigen Auflagen empfohlen sei. Denn der Anleitung Ist eine gröfsere Verbreitung zu wünschen, als hei der Fülle der vorhandenen Lehrbücher eines derselben haben kann. Die Auswahl der Versuche ist im Allgemeinen recht geschickt, wenn auch jeder Fachmann seine besonderen Wünsche haben wird. Dafs durch die Forderung der Billigkeit ein Reactionsapparat ausgeschlossen wurde, ist bedauerlich; vielleicht lassen sich mittels einer Fünftelsecunden-Uhr einige grob zusammengesetzte Reactionen demonstriren. Das Gebiet des Gedächtnisses läfst sich um Versuche über Wiedererkennen, Gedächtnifs- treue und Typenbildung leicht vermehren; das Gebiet der Ermüdung und verwandter Erscheinungen ist etwas stiefmütterlich behandelt. Ein Katalog einer Wiener Lehrmittelhandlung, in der sämmtliche be¬ schriebenen Apparate käuflich zu haben sind, liegt dem Buche hei. W. Stern (Breslau).