Literaturbericht. 213 'SI. L. Ashley. Concerning the Significance of Intensity of light in Visual tsttaates Of Depth. Psych. Mev. 5 (6), 595—615. 1898. Anch : Univ. of Chicago Contribut. to Philos. 2 (2), 595—615. 1899. G. M. Stratton. 4 Mirror Psendoscope and the Limit of Visible Depth. Ebd. 632—638. 1898. Bei constant erhaltener Bildgröfse und Entfernung wurde lediglich durch Aenderung der Intensität (unter verschiedenen technischen Verhält¬ nissen) der Wechsel der Entfernungsschätzung experimentell erreicht. Ref. kann dies übrigens nicht nur für Helligkeitszunahme, sondern auch für Sättigungszunahme, unabhängig von Verf., bestätigen. Die verschiede¬ nen Spectralausschnitte treten bei objectivem Spectrum aus dem dunklen Hintergründe in der Richtung nach dem Zuschauer geradezu heraus, ebenso ändert sich die Localisation der Bilder in dem Rohre von Farbenmisch¬ apparaten, und zwar unter Zusammenwirken beider Factoren, je nach dem Antheile von Farbengrad und Helligkeitsgrad, wie besonders hervorgehoben sei. Bei Verf. war die Methode streng unwissentlich; dafs diese Täuschungen auch trotz des Besserwissens eintreten, zeigten die Versuche des Ref. Verf., bei dem das Object lediglich innerhalb der Accommoda» tions- und Convergenzgrenzen war, ist der Ansicht, dafs bei Entfernung des Objectes über die Accommodationsgrenze hinaus die Fehlschätzung noch sicherer eintreten würde. Hier wirkt jedoch die Abnahme der Seh¬ schärfe entgegen, so dafs bei geringen Unterschieden das Gegentheil ein- tritt, nämlich Abnahme der Täuschung bis zu völligem Verschwinden. Verf. wurde zu dieser Meinung verleitet durch das bestimmtere Auftreten der Täuschung bei Binocularität gegenüber Monocularität, obgleich das Ausschnittsobject noch innerhalb der Accommodations- und Convergenz¬ grenzen war. Dafs gewisse Beobachtungen von Welcher (Irradiation, 1852), Volkmann, Dondebs (Tapetenmuster, 1865) und Brücke (1868) in enger Be¬ ziehung zum Gegenstände stehen, sei ebenfalls hinzugefügt. Die zweitgenannte Arbeit beschreibt ein mit geringen Hülfsmitteln (Pappkasten mit Oeffnungen und zwei Spiegeln) herzustellendes Pseudoskop für Naturobjecte ohne Bildänderung von rechts und links und wenn nöthig mit weiterem Gesichtsfelde als bei Verwendung von Prismen. Durch Ver¬ änderung der Spiegelstellung kann es auch leicht in ein Telestereoskop umgewandelt werden, im Principe übereinstimmend mit demjenigen von Helmholtz. Durch Wechsel von Ansetzen des Pseudoskopes bei Ein¬ richtung für physikalische reale Augendistanz (nicht gröfser) und Nichtan- setzen fand Verf. 580 m als Grenze für stereoskopischen Umkehreffect von convex und concav bezw. Tiefenschätzungsverschiebung. Da hier jedoch gerade der Wechsel das Wirksame ist, was Verf. nicht berücksichtigt, so werden hierdurch die von Helmholtz, Bourdon u. A. für normalen binocu- laren Tiefeneffect angegebenen Werthe nicht geändert. Dieselben sind 240 m, 220 m u. s. w. Die Beobachtungen des Verf.’s sind daher lediglich für die Psychologie des Wechsels bemerkenswert!!. Müntz (Leipzig).