150 Literaturbericht. -Vorstellungen, an welche die eigentlichen Traum Vorstellungen, erst an* knüpfen. Doch bedarf das Psychische auch im Traumzustande zu seiner Entwickelung immer eines bestimmten Grades von Energie, die ihn. vom Physiologischen aus zufliefst, so dafs man auch 'bei den letztgenannten Träumen Reizzustände annehmen mufs, die entweder bereits die vorstehende Thätigkeit während des Vorstadiums beeinflussen, im eigentlichen. Traume .wirksamer werden, oder aber Reize, die zu den im Vorstadium wirkenden neu hinzukommen und die Wirksamkeit letzterer verstärken helfen.. — .Die Beantwortung der Frage, ob die Verbrecher von ihren Verbrechen träumen oder nicht, wird durch das Heranziehen von Analogien aus dem Traumleben normaler Personen erleichtert. Es ist ein© Thatsache, dafs die Erinnerung an Ereignisse, welche unser Ich tiefer ergriffen, hatten, im Traume nicht so leicht wiederkehrt. Offenbar nämlich bildet die Bedingung für die Wiederkehr eines Ereignisses die Möglichkeit der nämlichen physiologischen Erregung. Im Traumzustand aber erlangt di© Erregung in. Folge der mangelnden physiologischen Resonanz nicht den hohen Grad wie im wachen Leben. Dies findet auch auf den Verbrecher Arwendung. — Zu den Kranken mit charakteristischen Träumen glaubt Ref. auch die an Verfolgungswahn Leidenden rechnen zu dürfen. — Uebrigens widmet auch schon Spitta der Behandlung potenzirter Träume in foro ©inen Abschnitt seines Werkes. Möchte Verf. recht bald seine Forschungen auf diesem für die Praxis m wichtigen Gebiete weiter fortsetzen 1 Giessleb (Erfurt). • O. Holder. Anschauung und Denken In der Geometrie. Hab. Leipzig, Teubner 1900. 75 S. Mk. 2.—. Dem Zwecke dieses Gelegenheitsvortrag® entsprechend werden einige von den Philosophen und den Mathematikern viel behandelten Fragen über die Grundlagen der Geometrie herausgegriffen und in zwangloser leicht fafslicher Form besprochen, u. A., ob die geometrischen Grundbegriffe und Axiome empirisch gewonnen oder uns durch den Wahrnehmungsvorgang selbst als Form desselben aufgezwungen werden. Der Verf. bekennt sieh zur ersteren Ansicht und erläutert an Beispielen di© Versuche, unabhängig von geometrischen Messungen oder Ueberlegungen zu den einfachsten geo¬ metrischen Grundbegriffen zu gelangen. Am Beweis des Satzes von der Winkelsumme im Dreieck wird der Vorgang der Deduction selbst aualysirt und geprüft, welcher Antheil dabei noch der Anschauung zukommt. Litera¬ turangaben und weitere Ausführungen, die im mündlichen Vortrag© nicht Platz finden konnten, sind in die „Anmerkungen und Zusätze“ verwiesen, die den zweiten umfangreicheren Theil des anregenden Schriftchene ais¬ machen. Zxhbler (Innsbruck). W. B. Secob. Tisial Betding: A Study In Mental Imagery. (Psychd. Labor, of Cornell University 19.) Amer. Joum. 11 (2), 225—236. 1900. Verf. glaubt feststellen zu können, dafs man vom gelesenen visielei Wortbilde aus ohne Dazwischenkunft der Gehörsvorstellung und Articulation* tendenz direct zum Sinn gelangen kann. Er vertraut der Introspection, welche sich eben nur erst nach ungestörter Hingabe an den Text als un¬ mittelbare Erinnerung auf das Erlebnifs richten müsse. Zunächst werden