Li ter a turberich t. 271 der letzteren geschwächt Bei weiblichen Versuchspersonen war die Wirkung von Bildern eine gröfsere als bei männlichen. Noch künstlicher als hierbei waren die Bedingungen bei der Untersuchung der Wirksamkeit auf die Kauflust, so dafs auch hier die Resultate in praktischer Beziehung ebenso bedeutungsarm sind als in psychologischer. Ettlingeb (München'). W. Fite. Contiguity and Similarity. Philos. Rev.. 9 (6), 613—629. 1900. F. ist Apperceptionist und sucht als solcher nachzuweisen, dafs die beiden Hauptgesetze der Association, das der Contiguität und das der Aehnlichkeit, als psychologische Gesetze vom Associationismus nicht erklärt werden können. Sofern Contiguität auf Bewufstseinsinhalte bezogen wird, gehört zu ihr nicht nur die Beziehung gleichzeitiger Vorstellungen, sondern auch das Bewufstsein dieser Beziehung. Dies Bewusstsein aber ist nicht als dritter hinzukommender Inhalt denkbar, sondern entspringt der geistigen Activität, welche den einzelnen Elementen übergeordnet ist. Ebenso hat Aehnlichkeit nur Sinn, sofern nicht nur ähnliche Vorstellungen, sondern auch ein sie constatirendes Bewufstsein vorhanden ist. — Das Contiguitäts- gesetz ist wenigstens als physiologisches Associationsgesetz sinnvoll, indem es räumlich-mechanische Beziehungen zwischen Gehirnelementen ausdrückt; das Aehnlichkeitsgesetz ist dagegen nicht physiologisch umdeutbar. W. Stern (Breslau). F. Kemsiks. SedächtnifaintersQchuDgeu &n Schülern. Zeitschr. f.pädag. Psychol, ii. Pathol. 2, 21-30, 84-95. 1900. Die vorliegenden Massenuntersuchungen K.’s (welche später auf dem Wege des Einzel versuche ergänzt werden sollen) gelten hauptsächlich der Frage, welche Lernmethode (die akustische, visuelle oder akustisch¬ visuelle) die geeignetste sei. Das Lernmaterial bestand aus Lern¬ stücken, die aus zehn lateinischen zweisilbigen Vocabeln. mit deren deutschen zweisilbigen Bedeutungen zusammengesetzt waren. Ein Lern- stück wurde fünfmal hinter einander dargeboten ; sodann hatten die Schüler das Behaltene niederzuschreiben. Die Darbietung geschah bei einem Lern¬ stück akustisch durch Vorlesen, bei einem zweiten visuell durch Zeigen der gedruckten Worte, beim dritten combinirt durch lautes Vorlesen der sichtbaren gedruckten Worte. Bei der Verwerthung waren die Hauptgesichtspunkte : Feststellung der Quantität des überhaupt Behaltenen, Feststellung der Qualität der Leistung, d. h. der richtig verknüpften Vocabeln und Bedeutungen. Das Haupt¬ resultat bestand in einem bedeutenden Ueberwiegen der rein akustischen Methode über die visuelle, sowohl der Quantität als auch, und zwar in höherem Maafse, der Qualität nach. Die combinirte Methode (die in der Praxis häufigste) weist, was überraschend scheint, keinen Vorzug, eher eine gewisse Minderwerthigkeit gegenüber der rein akustischen auf. Bei dem Zusammenwirken der beiden Hauptsinne scheint sich also gegenseitige Unterstützung einerseits, Zersplitterung der Aufmerksamkeit andererseits die Wage zu halten. Von weiteren Resultaten sei noch dieses erwähnt: Vergleicht man die Ergebnisse verschiedener Classen, so zeigt sich ein schnelleres Steigen der Qualität als der Quantität der Gedächtnifsleistungen. W. Stern (Breslau).