Literaturbericht. Temperatur- und vielleicht noch andere Empfindungen, die durch die Ein¬ wirkung der Luftströmungen auf die Haut und namentlich auf die Nasen¬ schleimhaut ausgelöst werden. Die Fähigkeit, sich innerhalb eines grofsen Terrains zurechtzufinden, die auch vielen Jagdthieren in hohem- Mäafse eigen ist) beruht nicht auf einerblos instinctiven, sondern auch auf intelli¬ genter Verwerthung der eben erwähnten Sinnesreize. Die Bogengänge’ kommen nur insoweit in Betracht, als eine hohe Entwickelung derselben die Beweglichkeit des Thieres günstig beeinflufst. Schaeeer (Gr. Liehterfelde-0 st).:- B. Bourdon. La perception des mouvements par le moyen des sensations tactiles des yeux. Lev. philos. 50 (7), 1—17. 1900. Die Frage nach der Perception der Bewegung eines fixirten Objects ist bereits von Aubert experimentell studirt worden. Derselbe erklärte jedoch die Perception nicht durch die tactilen und muskulären Empfin¬ dungen des Auges, v. Fbeischl hatte constatirt, dafs für die Schätzung, der Geschwindigkeit einer Bewegung es nöthig ist, dafs man einen unbe¬ weglichen Punkt des Gesichtsfeldes fixirt, oder dafs man mit den Augen dem sich bewegenden Objecte selbst folgt. Aubert bediente sich zweier Cylinder. Vor jedem derselben war eine rechtwinklige Oeffnung von 50 mm Breite und 20 mm Höhe angebracht. Der Beobachter war 800 mm von den Cylindern entfernt. Letztere drehten sich mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Vor dem links befindlichen war in sehr geringer Ent¬ fernung an einem Coconfaden in der Mitte der Oeffnung eine kleine Waehskngel aufgehängt, welche als Fixationspunkt diente. Der Beobachter hatte anzugeben, welcher der beiden Cylinder ihm am schnellsten sich zu drehen schien. Aubert bestätigte dabei, was in der Hauptsache schon v. Fleische gefunden hatte, dafs nämlich, so oft man den Punkt fixirte, die Bewegung ungefähr zwei Mal oder ein wenig mehr als zwei Mal rascher erfolgte, als wenn man den Gegenstand mit den Blicken verfolgte. Die, Erklärung des erhaltenen Eesultats stöfst jedoch auf Schwierigkeiten, weil bei dem vorliegenden Experiment mehr als ein Gegenstand sichtbar war. In einem anderen. Falle liefs Aubert Platindraht auf elektrischem Wege roth werden. Er constatirte, dafs die Wahrnehmung der Bewegung sehr unsicher wird, dafs man nämlich einerseits dann eine Bewegung zu con- statiren glaubt, wenn keine vorhanden ist (au to kinetische Empfindungen), und dafs man andererseits eine wirkliche und sehr markirte Bewegung nicht wahr nimmt. Er glaubt, daraus schliefsen zu dürfen, dafs die An¬ wesenheit von unbeweglichen und im Allgemeinen von bekannten Objecten ebenso für die Perception der Bewegung als für unsere Orientirung im Baume von fundamentaler Wichtigkeit ist, da eine isolirte leuchtende Linie in einem unsichtbaren Baume nicht genügt, uns über die Bewegung und Localisirung zu unterrichten. Dieser Schlufs ist nach Verf. inexact. Denn erstens macht Aubert keinen Unterschied, ob man das Object fixirt oder nicht. Läfst man z. B. im Dunkeln einen leuchtenden Punkt so- rasch kreisen, dafs das Auge nicht mehr folgen kann, so wird nicht allein die Bewegung pereipirt, sondern auch die Geschwindigkeit unterscheidet sich nur um wenig, wenn man den Punkt inmitten von unbeweglichen sicht-