Literaturbericht. 263 C. Hamburger. Ueber die dnellei des K&mmerwassers. Klin. Monatsbl. für AugenheiUc. 38, 802-823. 1900. H. kommt auf Grund experimenteller Untersuchungen, die z. Th. be¬ reits an anderer Stelle früher vom Verf. mitgetheilt sind (Einspritzung von Fluorescein), zu dem Schlufs, dafs die allgemein herrschende, von Leber besonders vertretene Anschauung, das Kammerwasser sei ein Secret des Ciliarkörpers, eine irrige ist. Der Ciliarkörper liefert vielmehr Flüssigkeit für die hinter der Iris gelegenen Gebilde, während die Quelle des Kammer- wassers in der vorderen Kammer zu Buchen ist, indem die Hauptmenge desselben von der Vorderwand der Iris abgesondert wird. G. Abelsdorff (Berlin). F. Himstedt u. W. A. Nagel. Heber die Einwirkung der Becquerel- and der Böltgenstrahlei anf das Ange. Berichte d. Naturforschenden GessUschaft z. Freiburg i. Br. 11 (3), 139—152. 1901. Die von Giesel zuerst gemachte Beobachtung, dafs durch Auflegen eines lichtdicht verhüllten Radiumpräparates auf das Auge in diesem eine Lichtempfindung erregt wird, wurde von den Verff. einer genaueren Unter¬ suchung unterzogen ; das Ergebnife läfst sich dahin zusammenfassen, dafs die Lichtempfindung im Wesentlichen durch Fluorescenzerzeugung im Glas¬ körper und in der Linse ausgelöst wird. Den ultravioletten Strahlen, welche eine ähnliche Empfindung diffusen Lichtes wie die Becquerel¬ strahlen hervorrufen, kommt dieselbe Eigenschaft der Fluorescenzerregung in Linse und Glaskörper zu. Im Gegensatz hierzu konnte bei Röntgen¬ strahlen eine Fluorescenz der brechenden Medien des Auges nicht beob¬ achtet werden, eine Lichtempfindung wird aber auch durch die Röntgen- strahlen ausgelöst, wie bereits Dorn und Brandes gefunden. Es gelingt bei diesen „unsichtbaren“ Strahlen, eine einer umschriebenen Netzhautreizung entsprechende Lichtempfindung zu erzeugen, während bei den Becquerel- Strahlen stets „das ganze Auge voll Licht“ erscheint. Alle diese Strahlen werden nur vom dunkeladaptirten Auge wahrgenommen, und zwar ist die Helligkeitsempfindung am stärksten in der Peripherie, Erscheinungen, die von den Verff. auf überwiegende Erregung der Netzhautstäbchen bezogen werden. Ein noch nicht erklärtes Phänomen tritt bei seitlicher Bestrahlung des Auges mit Becquerel- oder Röntgenstrahlen auf; die gröfste Helligkeit wird nämlich auf derselben Seite empfunden, auf welcher das Radium¬ präparat oder die Röntgenröhre gelegen ist, anstatt dafs die Reizung des betreffenden Netzhautbezirks durch den Knotenpunkt nach aufsen, also nach der entgegengesetzten Seite projicirt wird. Es gelang als objectives Zeichen der Einwirkung der Röntgen- und ultravioletten Strahlen eine Aenderung des elektromotorischen Verhaltens des Froschauges festzustellen. Das von Fuchs und Kreidl erhaltene nega¬ tive Resultat bezüglich der Bleichung des Sehpurpurs durch Röntgenstrahlen wird von den Verff. bestätigt. G. Abelsdorff (Berlin).