252 Li U ra turb erichi. sehen Function einer leicht erklärlichen Beliebtheit erfreut. Verf. berichtet sodann über seine eigenen Untersuchungen, die er vor Allem an dem Ge¬ hirne eines neugeborenen, eines lö Tage alten und eines 2 Monate alten Kindes mittels der Chromsilberfärbung angestellt hat. Die früheren Beschreibungen des Baues der motorischen Hirnrinde lassen vielfach eine Einheitlichkeit vermissen, und das liegt daran, dafa bald die vordere, bald die hintere Central Windung untersucht wurde, ohne dafs man um deren verschiedene Structur wufste. Die beiden Windungen behalten ihren verschiedenen Bau bei bis auf den Grund der RoLANDo'schen Furche, in der sich eine Uebergangsregion ausbildet. Verf. beschreibt mit der bei ihm gewohnten Genauigkeit und Gründlichkeit den Aufbau der vorderen und hinteren Centralwindung und hebt ihre gegenseitigen Unter¬ schiede sowie ihre principiellen Differenzen von den anderen Hirngegenden hervor. Von specifischer Bedeutung für die motorische Rinde sind der sensible Plexus in der dritten Schicht (der der mittelgrofsen Pyramidenzellen), so¬ wie die Form und die bedeutende Zahl der Riesenpyramiden (BaTz’schen Zellen). Aus diesen und den mittelgrofsen Pyramidenzellen stammt vor¬ zugsweise die Pyramidenbahn. Da sich gerade in der Schicht der mittel¬ grofsen Pyramiden sensible Fasern vertheilen, so vermuthet Verf. eine Be¬ ziehung dieser Zellen zur Tast-, Schmerz- und Temperatur-Empfindung. Die Uebersetzung ist flüssig und gewandt. • Ernst Schultze (Andernach). W. B. Warrington und J. E. Dutton. Observations OH the Course of the Optic Fibres in a Case of Unilateral Optic Atrophy. Brain 23 (92), 642—656. 1900. Pathologisch-anatomischer Beitrag für die Richtigkeit der Lehre von der partiellen Kreuzung der Sehnervenfasern. Schröder (Heidelberg). Karl Schaffer. Anatomisch-klinische Vorlesungen ans dem Gebiete der Nerven- pathologle. Mit 5 Tafeln und 63 Abbildungen im Text. Jena, Gustav Fischer, 1901. 296 S. Mk. 12.—. In der Form von Universitätsvorlesungen, in welchen Verf. in ge¬ schickter und glücklicher Weise die Mitte zwischen den Leçons der fran¬ zösischen Autoren und den systematischen Hand- und Lehrbüchern hält» berichtet Sch. über seine Studien bezüglich der Tabes und der Paralyse* mit besonderer Bevorzugung der ersteren Erkrankung. Sch. entwirft eine Schilderung der Anatomie und allgemeinen Patho¬ logie des Neurons, ohne zu verhehlen, dafs die neueren anatomischen Unter¬ suchungen die Neurontheorie nicht mehr zu Recht bestehen lassen, bespricht genauer das sensible Neuron, und im Anschlufs daran und unter beständiger Bezugnahme hierauf giebt er ein anschauliches Bild der pathologischen. Anatomie der Tabes. Eine ausführliche Darstellung der Klinik der Tabes schliefst sich an; an der Hand der früheren anatomischen und physiologi¬ schen Erörterungen versucht er, den Mechanismus der wichtigsten Symp¬ tome darzustellen. Er berührt dann die durch die Hinterstrangerkrankung gegebenen nahen Beziehungen zwischen der Tabes und der Paralyse, für