Eine letzte Bemerkung zu Herrn EDINGER’s Aufsatz „Hirnanatomie und Psychologie“. Von Dr. E. Storch. Herr Edinger hat meine kleine Arbeit „Haben die niederen Thiere ein Bewufstsein ?w einer Entgegnung gewürdigt.1 Eine Kritik seiner Anschauungen war allerdings nicht eigentlich der Hauptzweck meiner Ausführungen. Ich hätte mich ebenso gut an die Ameisenarbeit Bethe’s oder an die Vergleichende Gehirn¬ anatomie und Gehirnpsychologie yon Jacques Loeb halten können. Die Absicht meines Aufsatzes war eine allgemeinere, nämlich: darzulegen, dafs es für die Welt des Bewegten nur eine Auf¬ fassung giebt, den Mechanismus, und dafs die Naturwissenschaft in dem Momente, wo sie in dieser Welt aufser einer Transforma¬ tion der Bewegungsgröfsen nach dem Gesetze von der Erhaltung der Kraft noch etwas anderes als Ursache wirken läfst, sich selbst auf giebt. Diejenige Weltanschauung, welche diesem Mechanismus ebenso gerecht wird w’ie dem Psychischen ist allein der psycho¬ physische Parallelismus, und die klare Aufgabe, w?elche er der Psychologie stellt, ist die Entdeckung der mechanischen Correlate psychischer Vorgänge. Dabei habe ich mich nicht im Geringsten über das Verhältnifs beider Reihen geäufsert, wie es Mach und Avenarius thun, abgesehen davon, dafs ich die Relation der Causalität ausschlofs. Der Vorwurf, den ich gegen Edinger erhob, v?ar einfach — sine ira et studio — dafs er gerade diese Beziehung zwischen beiden Reihen annimmt, und wer auf diesem Standpunkte steht, ist eben entweder naiver Materialist oder Spiritualist. Jeder der beiden Standpunkte hat eine gewisse Berechtigung, nicht aber eine Verquickung beider. Entweder ist die Materie 1 Diese Zeitschrift 24, 445.