(Aus dem Psychologischen Institut der Universität Berlin.) Beiträge zur Analyse der Gesichtswahmehmungen. Von F. Schumann. Zweite Abhandlung. Zur Schätzung räumlicher Gröfsen. (Mit 55 Figuren.) I. § 1. Von gröfster Wichtigkeit für die Psychologie ist die Analyse des Vergleichungsvorganges, von dem wir thatsächlich so gut wie nichts wissen. Ich habe schon an anderer Stelle1 versucht, die Gesetzmäfsigkeit des Geschehens durch eine Formel darzustellen, indem ich mich zunächst nur auf die Thatsachen stützte, welche die innere Wahrnehmung ohne eingehende Ver¬ suche sicher ergiebt. Da die Rücksicht auf den Zusammen hang es bedingt, so wiederhole ich hier die Hauptsätze. Wird mir zuerst eine Linie A von beispielsweise 100 mm Länge gezeigt und darauf nach Verdeckung von A eine zweite Linie B von 110 mm Länge, so erkenne ich im Allgemeinen richtig, dafs Bf> A ist. Die gewöhnliche innere Wahrnehmung vermag nun bei einem derartigen Versuche ausschliefslich die beiden Empfindungsinhalte und die Vorstellungsbilder, welche den gesprochenen Worten vorangehen, festzustellen. Wenn wir demnach nur auf Grund des Thatbestandes, welcher ohne eingehendere Untersuchung sich darbietet, die Gesetzmäfsigkeit des Geschehens zu formuliren suchen, so werden wir sagen : Die Empfindungen A und B bilden ein einheitliches 1 Diese Zeitschrift 17, S. 106 ff. Zeitschrift für Psychologie 24.