Litteraturbericht. 269 F. untersuchte, welche Intensitäts-, zeitlichen und Gröisenverhältnizse ein optischer Beiz haben mufs, um ein Nachbild zu erzeugen, und fand : 1. Bei einer Sekunde Expositionszeit und 0,08 Kerzenstärke mufste der Beiz, der 30 cm vom Auge entfernt war, eine Flächengröfse von 4 qmm haben, 2. bei einer belichteten Fläche von 64 qmm und 0,08 Kerzenstärke des Beizes mufste er 0,01 Sekunde dauern, 3. bei einer belichteten Fläche von 64 qmm und einer Sekunde Ex¬ positionszeit mufste er eine Intensität von 0,01 Kerzen haben, — um in 75°/o aller Fälle ein Nachbild zu erzeugen. W. Stern (Berlin). Georg Hirth. Die Lokalisationstheorie angewandt auf psychologische Probleme. Beispiel : Warum sind wir zerstreut ? Mit einer Ein¬ leitung von L. Edingrr. 2. vermehrte Aufl. München 1895. G-. Hirths Verlag. 112 S. Der Verfasser hatte es sich zur Aufgabe gestellt, an einem Bei¬ spiele zu zeigen, wie er sich die Möglichkeit einer Befruchtung der Psychologie durch die Lok&lis&tionstheorie denke, und er hatte die Frage der Zerstreutheit deshalb gewählt, weil dieser in psychologischer sowohl als psychiatrischer und neuropathischer Beziehung höchst inter¬ essanten Frage bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden war. Die erste Auflage hatte seiner Zeit in dieser Zeitschr. (Bd. VIII. 8.119) durch Edinöer eine eingehende Besprechung gefunden, auf die um so eher verwiesen werden kann, als sie der zweiten Auflage als Einleitung vor¬ gedruckt ist. Hirth schreitet in dieser zweiten Auflage weiter auf dem von ihm eingeschlagenen Wege vor, mit der Erbschaft metaphysischer An¬ schauungen in psychologischen Fragen zu brechen und an ihre Stelle die Errungenschaften anatomischer Forschungen zu setzen. Zunächst berücksichtigt er die neuesten Entdeckungen auf dem Ge¬ biete der Hirnanatomie, des weiteren benutzt er die früher von ihm auf¬ gestellte Lehre von den Merksystemen, um sie auf eine ganze Beihe neuer Betrachtungen auszudehnen. Es ist geradezu erstaunlich, welche Fülle neuer Anschauungen sich tms an der Hand der HiRTHSchen Ausführungen eröffnet, und wie leioht sie sich unter dem Einflüsse seiner geistvollen Darstellung in unser Ver¬ ständnis einschmeicheln, sei es nun, dafs er eine Erklärung der zwie¬ spältigen Charaktere versucht, oder dais er sich an die höchsten Probleme des Bechts, den Irrtum, die Zurechnungsfähigkeit oder gar an die Todes¬ strafe heranwagt. Das Buch referieren zu wollen, heifst eigentlich, ihm Unrecht thun, und so bleibt uns nichts übrig, als es — und zwar recht angelegentlich — zu empfehlen. Pelm an. 17*