VORWORT. I31g vorliegende Reise wurde nicht veranlasst durch den Wunsch, neue Erfahrungen zu sammeln auf den Gebieten der Geographie und der beschreibenden Naturwissenschaften, sondern sie entsprang aus einem Bedürfnisse der Physiologie, einer "Wissen¬ schaft, welche im Allgemeinen an den stillen und bescheidenen Wirkungskreis ihrer Laboratorien gebunden ist und daher nur selten in die Lage kommt, ihre Jünger nach fernen Welttheilen zu entsenden, um vor den staunenden Blicken wilder oder halb- civilisirter Völkerschaften das Rüstzeug der Lxperimentirkunst zu entfalten. Es ist jedem Gebildeten bekannt, dass Alexander \ . Humboldt während der grossen Lorschungsreise, welche er am Anfang dieses Jahrhunderts in Gesellschaft von Aime Bonpland ausführte, die ersten planmässigen Versuche und Beobachtungen über die wunder¬ bare elektrische Kraft des südamerikanischen Zitteiaales anstellte. Wenige von den wissenschaftlichen Thaten Humboldt’s haben eine ähnliche Berühmtheit erlangt, als diese, und mit Recht. Denn wenn es bei dem damaligen unvollkommenen Zustande der Naturwissen¬ schaften nicht möglich war, dass diese Versuche auf die eigent¬ lich wesentlichen Prägen, welche erst nach bedeutenden Lort- schritten der Physik und Physiologie überhaupt gestellt werden konnten, eine Antwort lieferten, so müssen wir dennoch in der sinnreichen Auswahl der dem Versuch unterbreiteten Probleme, welche zum grossen Theil noch heute von Interesse und Bedeu¬ tung sind, die vorausahnende Kraft eines schöpferischen Geistes bewundern.