384 Literaturbericht. ► Variation gröfser, die Zeiten für complexe Reactionen dagegen anscheinend nur unwesentlich verändert. Hysterie (12 Fälle) zeigte bedeutende mittlere Variation und starke Schwankungen der complexen Reactionen, dagegen relative Unverändertheit der einfachen Reactionen. Alkoholismus nahe dem Delirium tremens (17 Fälle) zeigte verhältnifsmäfsig kurze (vielleicht mehr reflectorische ?) Reactionszeiten, denen gegenüber auch die complexen Reactionszeiten länger waren als dieses Verhältnis bei gesunden Personen ist. Locomotorische Ataxie (4 Fälle) zeigte Verlängerung beider Arten von Reactionszeiten. Multiple Neuritis in Folge von Tabes (3 Fälle), welche in manchen Beziehungen überhaupt als Steigerung der vorigen betrachtet werden kann, zeigte entsprechende Steigerung der Verlängerung. Sowohl die Mittel der mittleren Variationen als auch die mittlere Ab¬ weichung der Individuen von den Durchschnittswerthen der Einzelgruppen wurden berechnet, letzteres als die Höhe der Homogeneität der betreffenden Gruppen darstellend. Die Untersuchungen von Janet und Philippe und V. Henri sind Verf. entgangen, wie schon Philippe bemerkt hat. Die Fälle des Alkoholismus sollten eingreifender untersucht werden. P. Mentz (Leipzig). F. Holzinger. Ueber einen merkwürdigen pathologischen Schlafzustand. Neurol. Centralblatt (1), 9—11. 1899. H. beschreibt einen Fall einer sehr eigenartigen Krankheit, der soge¬ nannten afrikanischen Lethargie oder „Schlafkrankheit“ (Gowers), die er bei einem 60 jährigen Manne gelegentlich seines Aufenthaltes in dem Volks¬ stamme der Oromo in Schoa (Aethiopien) zu beobachten Gelegenheit hatte. Seit 2 Jahren leidet der Kranke an einer Schlafsucht, die ihn nie verläfst; er ist sehr leicht durch Zuruf oder Berührung zu erwecken, giebt zutreffende Auskunft, verfällt aber sehr bald wieder in seinen Schlaf : er schläft schon ein, während der Dolmetscher seine Antworten übersetzt; auch während des Gehens übermannt ihn der Schlaf. (Ein ausführlicher, interessanter Aufsatz über Schlafkrankheit ist von Patrik Manson in Brit. med. Journ. 3. XII. 1898 veröffentlicht.) E. Schultze (Bonn). Entgegnung. Auf S. 234 des 19. Bandes dieser Zeitschrift wurde am Schlüsse der Besprechung meiner Arbeit über Aufmerksamkeit eine höchst verletzende Anschuldigung des Herrn Prof. Ueberhorst erwähnt, welche derselbe in einer Anmerkung seines Aufsatzes über Aufmerksamkeit im Archiv für system. Phil. (1897) gegen mich aussprach. Ich halte es deshalb für nöthig, an dieser Stelle zu bemerken, dafs ich jene Anmerkung leider die längste Zeit übersehen habe, aber nicht verfehlen werde, in einer nächsten Publication den Anwurf ausführlich und gebührend zurückzuweisen. Dr. J. 0. Kreibig. Berichtigung. Bd. 18, S. 466, Zeile 2 v. o. {dieser Zeitschrift) ist nach „und“ folgender Passus ausgefallen: „dieser Quotient, multiplicirt mit der Masse“.