Literaturbericht. 379 Referent hat mehrfach solche Zustände erlebt und «war immer bei seelischer Ermüdung, welche durch ein Uebermaafs äufserer Eindrücke, durch lange Spaziergänge, durch eine Ueberfüllung des Magens u. s. w. hervorgerufen worden war. .Die Ermüdung hatte eine Verlangsamung des Processes der Identificirung der äufseren Eindrücke durch die gesetzten Spuren des Vorstellungsechatzes zur Folge. Den eigentlichen Ausgangs- punkt des Zustandes jedoch bildete jedesmal die Wahrnehmung von etwas besonders Absonderlichem. Das damit verbundene Gefühl des Contra¬ stierenden zog eine Art von Betäubung nach sich. Ich empfand im. erstem Moment ein bedeutendes Zurücktreten meines Bewusstseinsinhalts, Auch in den darauf folgenden Augenblicken blieb die Betäubung bis zu einem gewissen Grade bestehen. Dabei hörte ich alles akustisch Wahrnehmbare nur noch ganz leise, das äufsere Gesichtsfeld verengte und verschleierte sich, meine Handlungen setzte ich, wenn auch in einer dem jeweiligen Bedtirfnifs angepafsten Weise, nur noch mechanisch weiter fort. Meine Sinnesperception sowohl als meine Willensthätigkeit waren nur noch ein automatisches Spiel, während ich selbst mich, diesem Spiel gegenüber als unthätiger Zuschauer fühlte. Genau, entsinne ich mich namentlich eines Palles: Ich safs nach einer reichlichen Abendmahlzeit im Local eines Kirchengesangvereins, dessen Mitglied ich war, mitten unter den eifrig sich unterhaltenden Herren, während die Damen des Vereins unter Leitung des Dirigenten eine geistlich© Motette einübten. Plötzlich sang der Dirigent etwas den Damen vor, wobei, seine Stimme einen hohlen Klang angenommen hatte. Das Ungewohnte dieser Stimm© überraschte mich und rief eine Art von Betäubung in mir hervor. Ich, sah von der Umgebung nichts weiter als nur noch den Dirigenten, ich hörte nichts weiter als seine hohle Stimme. Die Phantasie spiegelte mir auf Momente eine andere Umgebung vor. Der Dirigent erschien mir als Mönch in einer spanischen Kloster¬ kirche singend. — Nur weiter© fortgesetzte Beobachtungen werden allmählich eine Klärung des Problems herbeiführen. Giessler (Erfurt). V. Eggkr. Li souvenir dais le rêve. Note. Rev. philos. 46 (8), 164—157. 1898. P. Tank key. Sir II paramiélie dans le rêve. Note, Ebenda (10), 420-423. 1898. Die Abhandlungen bilden ©ine Fortsetzung des Streites darüber, ob gewisse Erinnerungen innerhalb des Traumes, für welche man im wachen Leben Jkeine Anbaltepunkte findet, auf Erlebnisse in früheren Träumen zurückzuführen seien, oder ob es Paramnesien sind. Eggeb berichtet über zwei Träume : In dem ersten trifft er einen ihm unbekannten Mann in einem Omnibus. Eine inner© Stimme sagt, ihm, dafs dies Gambetta ist, obwohl ihm das Portrait des Letzteren sehr wohl be¬ kannt war. Einig© Tage zuvor hatte ihm ein Bewunderer des Gambetta von dessen Charakter und seiner grofsen politischen Rolle erzählt. In dem zweiten Traume, den er auf der Seite Hegend, träumte, gelangt er während eines Spazierganges vor eine ihm unbekannte, verschlossene Thür und sagt sich, dafs dies di© Thür sei, hinter welcher er eine Operation an der Schulter durchgemacht habe. In Wirklichkeit aber war er nur als Zuschauer vor 7 Jahren bei einer solchen Operation, zugegen gewesen. Verf. behauptet,