(Au« dem physiologischen Institut der Wiener Universität.) Die Präcision der Blickbewegung und der Localisation an der Netzhautperipherie. Von Br, Ohas, B. Möbbby (Columbus O., U. S. A.). Wenn irgend ein Object in den seitlichen Theilen des Ge¬ sichtsfeldes unsere Aufmerksamkeit erweckt, so richten wir, be¬ kanntlich halb unbewufst, unseren Blick nach demselben, Biese Bewegung der Bulbi geschieht mit außerordentlicher Präcision, wie aus der Geschwindigkeit derselben und aus der, wie es scheint, in der Regel nahezu geradlinigen Verschiebung des Blickpunktes hervorgeht,1 Die Art, in welcher sich diese Fertigkeit entwickelt hat, kann man sich nach den Ausführungen von S. Exnkr 2 folgendermaafsen vorstellen: „Die Gleichzeitigkeit der Erregung der betreffenden Opticusfaser und jener willkürlich in die Augenmuskeln gesandten Erregungen kann zwischen jenen Opticusfasern, beziehungsweise ihrem subcorticalen Centrum und dem Augenmuskelcentmm“ (nach den früher geschilderten Principien) „Verwandtschaften her- steilen.“ Specieller ausgedrückt wird dies in unserem Falle heißen, dafs jede „Localfaser“ des Opticusapparates bei ihrer Erregung einen entsprechenden Impuls sämmtlicher Augen¬ muskeln auszulösen vermag ; „für jeden Augenmuskel fallen die Impulse, je nach der Localfaser, die gereizt wird, verschieden aus, wobei nun nicht mehr an Verschiedenheiten im Grade der Muskelreizung sondern an Verschiedenheiten des Verkürzung^ 1 Vgl. Lamansky, Pflüoeb’s Arch. Bd. II und Guilleby, Ueber die Schnelligkeit der Augenbewegungen, Pflugeb’s Ârch. Bd. LXXIII, S. 87. * S. Exkeb, Entwurf zu einer physiologischen Erklärung der psychi¬ schen Erscheinungen. I. Theil. Wien 1894. S. 243 ff.