202 Literaturbericht. gelingt nicht so ohne Weiteres, Es ist dazu noth wendig daft beide Gabeln sich direct oder mittelbar berühren. Eine Gabel, welch© in der Luft m. B. den Ton a* giebt, giebt unter Wasser, also in einem Medium von gröfterem Widerstande schwingend den tieferen Ton f*. Sie wird demnach auch am stärksten durch eine /' Gabel, weniger durch eine o1- Gabel aus der Luft her erregt. — Im Labyrinth haben wir nach Helmholtz den Fall verwirk¬ licht, daft abgestimmte Fasern in einer zähen Flüssigkeit durch Töne in der Luft zum Mitschwingen gebracht werden. Da nun Consistenz und Druck der Endolymphe wechseln und doch dem gleichen äufteren Tone immer die gleiche Tonempfindung entspricht, so mufs man nach Obigem, einen besonderen, diese Verhältnisse regulirenden Accomodationsapparat annehmen. Als einen solchen möchte Vert die Paukenhöhlenmuskeln an- Hchen. Schaefeb. P. Ostmamn. Heber die liflixerreglarkeii des Huicului tenir tympan! durch Schallwellen nnd Ihre Bedentnng für den flOract. Arch. f. Anat. u. Physiol, Physiol. Abthlg., 1898, 8. 75—123. Die Bedeutung des Tensors für das Hören hat man am Ohrpräparat, an Menschen, welche diesen Muskel willkürlich contrahiren können, und an Patienten, an denen, die Durchschneidung der Tensorsehne, die Teno- fcomie, ausgeführt werden muftte, studirt. Sein Vorhandensein ist un¬ wesentlich für die Feinheit des Gehörs; sein Fehlen macht aber das Ohr gegen hohe Töne überempfindlich. Im Ruhezustände verringert er durch seine Spannung die Bewegung des schallleitenden Apparates, insbesondere des Hammers und Trommelfelles, nach auften und ist somit ein kräftiger Schutz gegen eine übermäftige Excursion in dieser Richtung. Seine Con¬ traction spannt das Trommelfell straffer und zieht die ganze Gehör¬ knöchelchenkette nach innen, so daft durch das tiefere Eindringen des Steigbügels in das ovale Fenster der Labyrinthdruck erhöht wird. Hieraus folgt, dale eine tetanische Zusammenziehung des Tensors die in der Sprache und Musik vorwiegenden Töne sowie gewisse Geräusche abdämpft. Die Hypothese Hensen’s, der Tensor führe am Anfang einer jeden Silbe eine Zuckung aus, um das Trommelfell durch vermehrte Spannung zur Aufnahme der Vocale geeigneter zu machen, weist Verf. in eingehender Auseinandersetzung als ganz unrichtig zurück. Er fand im Gegentheil, daft zwar ein Hund, dessen. Reflexerregbarkeit durch Strychninvergiftung erhöht ist, auf manche Schalleindrücke mit Reflexzuckungen des Tensors reagirt, ein, normaler Hund solche jedoch in keinem Falle zeigt. Beim Menschen, kommt gelegentlich eine Tensorcontraction vor, welche als Ruck im Ohr empfunden wird und sich dem otoskopirenden Beobachter als ein© blitzschnelle, äufserst feine, über den Hammergriff und die angrenzenden Trommelfeilpartien hinweghuschende Bewegung darstellt. Die Veranlassung geben mit Vorliebe intensive höchste Töne und noch leichter starke, un¬ angenehme, hohe Geräusche, namentlich wenn sie erst in der Tiefe einsetzen und dann rasch und mit grofser Stärke die Tonskala hinauflaufen. Es werden hierbei offenbar in schneller Aufeinanderfolge zahlreiche Hörnerven gereizt, was dann die Tensorcontraction als Schutz- und Abwehrbewegung