Literat urberkht. schiedenen Bedingungen liegen aber nicht in den. Methoden — denn neuere von. mir angestellte Ton versuche nach der von Stratton anerkannten Be- urtheilungsmethode ergaben Resultate» di© seinem Gesetze theilweise wider¬ sprachen — sondera in der Abstufung der Geschwindigkeiten. Variirt man nämlich die Geschwindigkeiten mit sehr grofsen Sprüngen — wie m 8Ta. mit seiner Verfünffältigung that — so zeigt in der That jede Geschwindigkeit gegen die nftchstschnellere eine Abnahme der Empfind¬ lichkeit. (Pa. d. V. 211 — 224.) Variirt man dagegen in kleineren Ab¬ stufungen , so wirkt ein ganz neues psychisches Phänomen, das der „Optimalzeit", modificirend ein. Dasselbe lautet (Ps. d. V. 211): „Wird ein sich ändernder Reiz dauernd beobachtet» so giebt es innerhalb der Be- obachtungszeit gewisse günstigste Stadien» in denen die Wahrnehmungs¬ fähigkeit» bezw. die Tendenz eine Urtheils- oder Bewegungsreaction zu voll¬ ziehen, besonders stork ist. Da innerhalb einer solchen Optimalzeit Ver¬ änderungen verschiedener Geschwindigkeit zur Wahrnehmung gelangen können, so sind die langsameren Veränderungen, welche bis zu jenem Zeitpunkt erst einen geringeren Umfang erreicht haben» relativ günstiger gestellt." Die Stratton unbekannte Thatsache der Optimalzeit glaube ich durch eine ganze Reihe von Untersuchungen sicher gestellt zu haben (Ps. d. V. 234—244) und so findet das Stratton'scIio Gesetz hierin keinen Wider¬ spruch, sondern eine Ergänzung. — In entsprechender Weise aber giebt es auch nicht eine allein berechtigte Methode, sondern, Beurtheilungs- und Bestimmungsverfahren haben sich in die Bearbeitung des Veränderung«- problems zu theilen; für gewisse Fragen erweist sich das eine, für andere das andere als geboten. (Ps. d. V. 91 ff., 108 ff.) L. W. Stern (Breslau). Georg von Vom. liier die Sehvankungeu der geistigen Arbeitsleistung. Kraepelin, Psychologische Arbeiten» II. Bd., 3. Heft» 399—449. 1898. Verf. benutzte zu seinen. Versuchen die Methode der fortschreitenden Additionen in der Weise» dafs der Versuchsperson die Aufgabe gestellt wurde, eine Stunde lang je zwei aufeinanderfolgende Zahlen zu addiren. Die Ausführung jeder Addition zeigte ein kurzer Strich, an; nach je fünf Minuten, die durch ein Glockensignal abgegrenit waren, wurden zwei längere Striche gezogen. Aus den hierdurch für die Versuchsstunde be¬ stimmten Curven konnte annähernd die Dauer aller einzelnen Additionen angegeben werden. Aufser der Länge der einzelnen Additionszeiten kam in der vorliegenden Untersuchung noch die Grüfse ihrer Abweichung von dem, bezeichneten Mittelwerth in Rücksicht. Das Vorkommen von Schwankungen der Additionszeiten führte dazu, die Dauer dieser Schwan¬ kungen und die Anzahl von Additionen zu bestimmen» die während der¬ selben vollendet wurden. Zur Ausführung der Versuche bediente sich Verf. eines von Kraepelin angegebenen, Apparates. Die „elektrische Feder“ besteht aus einer in einem Hohlcylinder befindlichen Röhre, deren vorderes Ende eine Bleistift¬ spitze enthält, während, das mit einer Feder versehene hintere Ende einen. Contact trägt» der bei jedem durch das »Schreiben ausgetibten Druck die am, äufseren Cylinder angebrachte Ableitung berührt und den Strom