278 Literaturberich t laten und Volvocineen. Ebenda Bd. II. 1888) nachgewiesen, dafs die Chemotaxis gewisser niederer Organismen dem WEBER*schen Gesetz folgt. Befinden sieh Samenfäden von Farnen in einer Äpfelsäurelösung und bringt man in ihre Nähe eine Capillare, welche eine stärkere Apfelsäurelösung enthält, so wandern die Spermatozoiden jedesmal dann, aber auch erst dann in die concentrirtere Lösung hinüber, wenn diese 30 mal stärker als die andere ist. Damit der stärkere Reiz eben wirksam werde, mufs er also zu dem schon vorhandenen, ganz dem WEBBR'schen Gesetz entsprechend, in einem bestimmten, konstanten Verhältnis stehen. Um in derselben Weise Samenfäden von Laubmoosen aus einer Rohrzuckerlösung in eine stärkere zu locken, mufs das Concentrationsverhältnifs immer 1: 50 sein; für Bacterium termo in Fleischextractlösungen ist das eben wirksame Ver* hältnifs der Concentrationen 1: 5. Die Fruchtträger des Pilzes Phycomyces nitens neigen sich, von zwei Seiten zugleich verschieden stark beleuchtet, dem helleren Lichte zu, wachsen aber gerade aufwärts, wenn die beiden Beleuchtungsintensitäten gleich sind. Massait (Recherches sur les orga¬ nismes inférieurs. 1. La loi de Weber. 1888) hat nun gezeigt, dais inner¬ halb gewisser Grenzen die Neigung des Phycomyces nach dem stärkeren Lichte immer dann eben beginnt, wenn dessen Helligkeit — gleichgültig welches ihr absoluter Werth ist — das 1,18 fache der anderen beträgt Manuba Miyoshi (Ueber Chemotropismus der Pilze. Bot. Zeitung. 1894» Heft I; und: Ueber Reizbewegungen der Pollensehläuche. Flora. 1834) fand, dafs auch Pollenschläuche höherer Gefäfspfianzen der stärkeren von zwei Zuckerlösungen entgegenwachsen, sobald das Concentrationsverhältnifs einen bestimmten Werth erreicht Correns stellte in einer Untersuchung „Ueber die Abhängigkeit der Reizerscheinungen höherer Pflanzen von der Gegenwart freien Sauerstoffes“ (Flora 1802) fest, dafs die relative und nicht die absolute Menge Sauerstoff für die Auslösung der Reizwirkung ent* scheidend war. Endlich erwähnt Verf. noch die, schon Bd. XII, S. 282 diese Zeit8chr. referirte Arbeit von Waller und tritt zum Schlüsse für eine physiologische Deutung des WEBER’schen Gesetzes ein. Schaefer (Rostock). • _ Erich Wasbiakn S. J. Instinct und Intelligenz im Thierrelch. Stimmen au» Maria-Laach, Ergänzungsheft 69. Freiburg i. B., Herder. 1897. 94 S. Erich Wasmann s. j. fergleidteide Stadien fier du Seelenleben im Ameisen und der liieren liiere. Ebda., Ergänzungsheft 70. 1897. 122 S. Der Verfasser hat sich den Beweis für seine Behauptung, dafs nur dem Menschen Intelligenz zukomme, dem Thiere dagegen nur Instinct, leicht gemacht: instinctiv nennt er alle psychischen Thätigkeiten, die auf dem Sinnenleben beruhen, d. h. durch das Erkenntnisvermögen der äufseren und des inneren Sinnes geleitet werden. Hierzu rechnet er auch ein sinnliches Vorstellungsvermögen (phantasia) und ein sinnliches Ge¬ dächtnis „welches die äufseren Sinneswahrnehmungeu und inneren Sinnes¬ empfindungen zu reproduciren und nach den Gesetzen der sinnlichen Vorstellungsassociation untereinander und mit neuen Sinnes Wahrnehmungen zu verbinden vermag.“ Auch ein sinnliches Schätzungsvermögen gehört weiter zum Instinct. Dem gegenüber definirt er die Intelligenz als ein