Zur Parallelismusfrage. Von G. Heymans in Groningen. Di© Rede, womit Stumpf am 4. August 1896 den Münchener Psychologencongrefs eröffnet©, hat seitdem in ganz überraschen* dem Mafse Anklang gefunden; von zahlreichen gelegentlichen Aeufserungen abgesehen, erschienen innerhalb des Zeitraums eines einzigen Jahres drei selbständige Schriften, welche in mehr oder weniger entschiedener Weise gegen den Monismus Partei nehmen.1 Unwillkürlich erinnert man sich des Kampfes uxn die prästabilirte Harmonie im vorigen Jahrhundert; wie damals gegen die Leibniz’sehe Lehre, so ziehen jetzt die Vertreter des Influxus physicus in geschlossenen Reihen gegen die moderne Zwei-Seiten-Theorie ins Feld, und glauben sie mit ebenso leichter Mühe, wie früher jene, zurückdrängen zu können. Wie damals entnehmen sie auch jetzt ihre Waffen vorzugsweise dem Arsenal des gesunden Menschenverstandes; sie führen aus, wie einfach und natürlich, ich möchte fast sagen, wie unschuldig ihre eigen© Auffassung, und wie paradox diejenige der Gegner sei; sie be¬ tonen die Complication der Voraussetzungen und di© Menge der Hülfshypothesen, welche die Durchführung der letzteren erfordere ; und sie versuchen nachzuweisen, dafs die Gründe, denen zu Liebe man eine so bedenklich© Theorie angenommen, blofs© Himgespinnste sind ohne jede sachlich© Bedeutung. Dafs in . 1 Wentschbb, lieber physische und psychische Causalität und das Princip des psycho physischen Parallelismus, Leipzig 1896; Ebhakdt, Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele, Leipzig 1897 ; Höfler, Di© meta¬ physischen Theorien von den Beziehungen zwischen Leib und Seele, Wien und Prag, 1897.