Die geometrisch-optischen Täuschungen als Nachwirkungen der im körperlichen Sehen erworbenen Erfahrung. Von WiliH. Filehne. (Mit 33 Fig.) Einleitang. Die folgenden Ausführungen sollen in einer für den Leser möglichst bequemen Weise dasjenige bringen, worauf es dem Autor ankommt. Das Literarhistorische der Angelegenheit und die bisherigen Beobachtungen und Meinungen sind nur soweit erwähnt und kritisirt, als es für den Zusammenhang nothwendig erschien: der Fachmann wejfs ja, wie die Sache steht — und bedarf nicht mehr als ich erwähne —, und derjenige, der ohne Fachmann zu sein mir durch die nachstehende Besprechung folgt, wird sich begnügen können, oder, angeregt durch diese Arbeit, das nicht Erwähnte selbst zu finden wissen. Die Untersuchung war bereits abgeschlossen, als das Lipps’sche Buch über „Raumästhetik und geometrisch-optische Täuschungen44 (Leipzig 1897) in Aussicht stand. Sein Erscheinen wartete ich ab, bevor ich zur Veröffentlichung meiner Versuche und Auf¬ fassungen schritt. Das Studium dieses Buches war mir nicht nur ein grofser Genufs, sondern entwickelte in mir auch einige Gedanken, die in dieser Einleitung dargelegt sind. Aus dieser Darlegung wird der Leser ersehen, warum die Lipps’schen Aus¬ führungen den von mir beabsichtigten und zum Theil bereits ausgearbeiten Wortlaut dieser meiner Veröffentlichung nicht be¬ einflussen konnten. Th. Lipps hat sich in seinem Buche das bleibende Verdienst erworben, als der Erste die zahllosen geometrisch - optischen