446 Li ter a turberieh t. man meist mechanisch spricht, und dass das Gedächtniss das Automatische am. schwersten behält. — Nach D. ist es die Empfindung des Gegensatzes zwischen Traum und Wachen, welche das Bewusstsein und die Erinnerung an den Traum hervorbringt. Also die Differenzirung des Traum- und wachen Zustandes würde die Bedingung für die Erinnerung sein. Diese Trennung kann während des Erwachens stattfinden, oder im Wachen vor einem späteren Traume, oder während des Traumes, indem man träumt, dass man träumt. Meiner Ansicht nach hat Duoas Recht gegenüber der Hypothese von Goblot. Interessant wäre es gewesen, wenn D. noch eine Art von Er¬ innerungen an Träume berücksichtigt hätte, nämlich diejenigen Fälle, vor denen man sich während des Träumens entsinnt, dass man dasselbe Er¬ eigniss ganz oder theilweise schon früher einmal oder einige Male erlebt hat, ohne dass es Einem jedoch klar wird, dass dies in einem früheren Traume geschehen ist. M. Giessler, (Erfurt). Ch. Dunan: L’àme et la liberté. Rev. philos. Bd. 44. S. X—33, 129—158. 1897. Nr. 7 u. 8. Verf. versucht es, die Probleme der Seele und Freiheit metaphysisch abzuleiten. Dies geschieht zunächst mit Bezug auf die Seele: Die phäno¬ menale Welt wird von zwei Grundgesetzen dirigirt, den Gesetzen der Ur¬ sächlichkeit und Zweckmässigkeit. Beide Gesetze gelten absolut. Für die absolute Geltung des ersten werden drei Beispiele beigebracht. Die Un¬ bestimmbarkeit der Naturphänomene nach Qualität und Quantität rührt da¬ her, dass die Ursache, welche jedes Phänomen hervorbringt, das Unend¬ liche selbst ist. Auch die Lage eines Körpers lässt sich nicht genau bestimmen, weil sie vom Totalraum abhängt. Endlich ist die Bewegung eines Körpers nur eine Funktion der Bewegung aller Körper auf ein Mal. Dass das Gesetz der Zweckmässigkeit absolut gelten muss, sieht man daraus, dass die Phänomene in der Welt einander koordinirt sind. Sie müssen koordinirt sein. Denn wäre die Welt ein Chaos, so würde das organische Leben nicht möglich sein. Die Zweckmässigkeit kann jedoch nicht intentionell sein. Denn ein einzelnes Phänomen kann sich nicht mit allen anderen Phänomen in Beziehung setzen. Dazu würde eine grenzen- . lose Plastizität gehören. — Es fragt sich weiter, in welcher Weise ein ein¬ zelnes Phänomen durch kausale und finale Gesetze hervorgebracht wird. Die Unendlichkeit kann ein Phänomen nicht realisiren, weil das Phänomen schon selbst zur Unendlichkeit gehört. Auch kann eine Unendlichkeit von Ursachen keinen endlichen Effekt hervorbringen. Nur eine vereinheit¬ lichte universelle Kraft, d. h. eine Seele, kann ein Phänomen erzeugen. Die beiden Attribute der Seele sind Leben und Gedanke. Das Leben bietet zwei Seiten, zunächst die Produktion der Phänomene, sodann einerseits die Folge und Entwickelung, andererseits die Ordnung der Phänomene in Be¬ ziehung zu einander. Ersteres ist die dynamische, letzteres die statische Seite des Lebens. Unter Gedanken muss man hier den spontanen Gedanken verstehen, d. h. einen solchen, welcher sich nicht kennt, welchen kein Be¬ wusstsein begleitet. Ein solcher Gedanke beherrscht z. B. den lebenden Körper. Der reflexive Gedanke dagegen betrachtet sich selbst, beurtheilt