Lriteraturbericht. 2. Fixirt man lange Zeit eine schwarze Figur auf weissein Grunde, so wird dieselbe allmählich so undeutlich, dass mau ihre Form nicht mehr zu unterscheiden vermag. 3. Fixirt man lange Zeit die Spektralfarben, so mengen sich dieselben in derselben Weise wie bei Abnahme des Lichtes. 4. Fixirt man lange Zeit Streifen von kolorirtem Papier auf schwarzem Grunde, so gehen diese Farben, mit Ausnahme des Gelb, in ähnlicher Weise ineinander über, letzteres wird und bleibt weiss. Die übrigen Farben vermischen sich allmählich mit dem Schwarz. 5. Im indirekten Sehen treten die Ermüdungserscheinungen beim Fixiren um so schneller auf, je mehr die Peripherie der Retina be¬ einflusst wird. 6. Beim indirekten Sehen tritt die Ermüdung früher ein, wenn der Gegenstand unbeweglich ist, als wenn er bewegt wird; wenn der Gegen¬ stand schnell bewegt wird, erscheint dieselbe früher, als wenn er sich lang¬ sam bewegt. 7. Farbige Gegenstände ermüden mehr als weisse, wenigstens sind die Ermüdungserscheinungen bei den ersteren leichter wahrnehmbar als bei den zweiten. 8. Die verschiedenartige Grösse der Versuchsgegenstände scheint auf die Weise des Auftretens der Ermüdungserscheinungen beim indirekten Sehen keinen modifizirenden Einfluss zu haben. 9. Bei Benutzung von farbigen Objekten treten die Ermüdungs¬ erscheinungen im indirekten Sehen zuerst beim Grün, dann beim Blau und sodann beim Roth auf. Beim Gelb tritt die Ermüdung freilich früher auf als beim Roth, aber dieselbe schreitet bei jenem schneller fort als bei diesem.“ D. „1. Mit einem weissen Versuchsobjekt gelingt es mir nicht, Er¬ müdungserscheinungen hervortreten zu lassen. 2. Bei Anwendung farbiger Objekte erhält man Ermüdungs¬ erscheinungen sowohl am horizontalen Meridian, wo sie sich am deut¬ lichsten an der Temporalseite zeigen, als auch am vertikalen, wo sie am auffallendsten an der unteren Seite hervortreten. 3. Bei Andwendung farbiger Gegenstände offenbart sich die Er¬ müdung durch die Einengung des Gesichtsfeldes in folgender Reihenfolge : Blau )> Gelb )> Roth O Grün.“ F. Kiesow (Turin). Matte und Schultes. Beitrag zur normalen Bestimmung der Hörschärfe. Arch. f. OhrenJieük. Bd. 42 S. 275 u. 276. 1897. Die Verf. prüften in einem 50 m langen Exerzierschuppeii die Hör¬ schärfe an 2 Kompagnien Soldaten mittelst Flüstern von Zahlen. Es ergab sich unter gleichzeitiger Berücksichtigung früherer Untersuchungen an Schulkindern, dass „für den Ablauf des ersten bis zum dritten Dezennium, eine Hörschärfe von 35—40 m (bei mittelstarkem Flüstern) sicherlich nicht zu hoch gegriffen“ ist. Schaefer (Rostock).