304 'Literaturbericht. • * r * * • » jenes Werthes wieder nach und ist etwTa 21/2 Stunde nach dem Einschlafen und für den Rest der Nacht nur gering. Was die Deutung der gefundenen Resultate betrifft, so nimmt der Yerf. zunächst an, dass die Zunahme des Armvolumens vorwiegend auf einer Erschlaffung der Hautgefässe und also auf einer grösseren Blutfülle der Haut beruhe. Dadurch werde eine verhältnissmässige Blutleere der inneren Organe, namentlich aber des Gehirns herbeigeführt, und die weitere Folge dieser Anämie der Hirnrinde sei das Herabsinken der psychischen Prozesse unter die Schwelle des Bewusstseins. In Verbindung mit diesen Vorstellungen entwickelt er dann eine zusammenhängende physiologische Theorie des Schlafes, die mit älteren Mosso’schen Anschau¬ ungen verwandt ist. Ihren Hauptpunkt bildet die Annahme, dass das all¬ gemeine vasomotorische Centrum, das während des Wachens in ununter¬ brochener Thätigkeit gehalten werde, sich allmählich erschöpfe und in seiner Leistungsfähigkeit nachlasse. Ist diese Erschöpfung sehr gross, so hört die Funktion des Zentrums schliesslich auf, und es kommt zu jener eben erwähnten Erschlaffung der Hautgefässe und Anämie der Hirnrinde trotz des Fortbestehens sinnlicher und geistiger Reize : der Mensch schläft ein mitten in einer noch von ihm verlangten Leistung. Bei geringeren Graden der Erschöpfung tritt eine solche Wirkung erst ein, wenn der weitere Einfluss äusserer und innerer Reize nach Möglichkeit einge¬ schränkt wird, wie wir es mit unseren Vorbereitungen zum Schlaf zu thun pflegen. Ebbinghaus. O. S. Sheebington. Ott Reciprocal Action in the Retina as Studied by means of Some Rotating Discs. The Journal of Physiology. Vol. XNI, Nr. 1, S. 33-54. 1897. S. delinirt retinale „Induktion“ als Beeinflussung eines Retinalpunktes (im weiteren Sinne d. h. inkl. zugehörigem zentralen Apparat) nicht nur durch einen gegenwärtigen Reiz, sondern auch durch nächstvorhergehende und in nächster Nachbarschaft spielende Prozesse. Er stellt sich die Auf¬ gabe, diese doppelte Beeinflussung — die bekanntlich zu den Erscheinungen des successiven und simultanen Kontrastes führt — an rotirenden Scheiben zu beobachten. In der Vorrede diskutirt S. die wesentlichsten bisher über Verschmelzungsgeschwindigkeit, Beleuchtung etc. gewonnenen Erfahrungs- thatsachen und zieht aus ihnen einige Bedingungen, die erfüllt sein müssen, um keine Beobachtungsfehler zu machen. Sowohl bezüglich dieser Details wie besonders die Zeichnung der verschiedenen Scheiben muss — da diese -Referate keine Abbildungen enthalten, auf das Original verwiesen werden. Das Wesentliche bei sämmtlichen von S. angegebenen Scheiben ist, dass bei ihrer Rotation 2 oder mehr Ringe erscheinen, die nach physikalischen Gesetzen gleiches Licht aussenden, bei rascher Rotation auch gleich aus- sehen, bei langsamer Umdrehung aber ungleich scheinen und zwar ent¬ weder so, dass sie von verschiedenem Farbenton sind oder so, dass der eine Ring flimmert und der andere schon homogen aussieht. Darnach unterscheidet 8. zwischen Induktionsflimmern und Induktionskontrast;