(Aus dem Physiologischen Institut zu Freiburg i. Br.) • • Uber die absolute Empfindlichkeit der verschiedenen Netzhautteile im dunkeladaptierten Auge. (Nach Versuchen der Herren Dr. Bbetjeb und A. Pebtz.) Von J. von Kries. (Mit 4 Fig.) Seit lange ist bekannt, dafs die Fovea centralis eine geringere absolute Lichtempfindlichkeit besitzt, als die exzentrischen Teile der Netzhaut, d. h. dafs stärkere Lichtreize auf sie einwirken müssen, um eine merkliche Lichtempfindung hervorzurufen. Wenn in Bezug hierauf die älteren Angaben mancherlei Wider¬ sprechendes enthalten, so wissen wir gegenwärtig, worauf in der Hauptsache diese Differenzen zurückzuführen sind. Die Steige¬ rung der Empfindlichkeit durch Adaptation kommt nämlich aus- schliefslich den extrafovealen Teilen der Netzhaut zugute, wäh¬ rend die Fovea selbst an dieser Steigerung nicht, jedenfalls nicht in nennenswerter Weise, partizipiert. So ist denn das Über¬ gewicht der extraf ovealen Teile über die Fovea im dunkel¬ adaptierten Auge ein sehr beträchtliches, während es bei gröfserer Helladaptierung immer geringer und vermutlich sogar meist in sein Gegenteil verkehrt wird. Die Unterempfindlichkeit der Stelle des deutlichsten Sehens bei guter (sogar schon bei mäfsiger) Dunkeladaptation zu konstatieren, gelingt ungemein leicht. Es ist nur notwendig, sich auf einem tiefdunkeln Hinter¬ gründe eine gröfsere Anzahl kleiner lichtschwacher Objekte zu ver¬ schaffen, etwa von solcher Lichtstärke, dafs sie überhaupt erst nach einem Dunkelaufenthalt von 5 —10 Minuten wahrnehmbar werden. Man wird dann leicht bemerken, dafs von diesen Ob- Zeitaehrift für Psychologie XV. ^