Die Aseomationsfesiigheit. 437 dritten Tage immer wiedererlemt wurde. In diesem Falle zeigte es sich nun, dafs die Beihe nur noch sechs Wiederholungen bedurfte, um am vierten Tage wiedererlemt zu werden. Es hatten also 68 unmittelbar aufeinanderfolgende Wiederholungen einen geringeren Nutzeffekt für den folgenden Tag, als 38 auf drei Tage verteilte Wiederholungen. Wir haben hier mithin eine Arbeitsersparais von mehr als 30 Wiederholungen vor uns. Die Größe dieses Ergebnisses nun, sowie die nahen Beziehungen der Mer zu Tage tretenden Einflüsse zu der Praxis des ge¬ wöhnlichen Lebens, machen es von vornherein, wahrscheinlich, dafs wir es hier mit biologisch begründeten und daher für die exakte Untersuchung zugänglichen Gesetzmäßigkeiten zu thun haben. Dieser Umstand ist es vor allem, der die nähere Untersuchung dieser Verhältnisse sowohl für Theorie 'und Praxis lohnend erscheinen läfst. Die nun zunächst folgenden Versuchsreihen hatten den Zweck, die von Ebbinghaus konstatierte Gesetzmäfsigkeit noch¬ mals und zwar, wenn möglich, mit geringeren Wiederholungs¬ zahlen festzustellen. Die letztgenannte Abänderung empfahl sich insbesondere aus dem Grunde, dafs eine so hohe Zahl von Wiederholungen, wie Ebbinghaus sie anwandte, die Ver¬ suchsperson bereits sehr ermüden mufs. In solchem Falle bleibt aber zweifelhaft, inwieweit die erhaltenen Besultate lediglich durch Ermüdung oder durch andere Faktoren bedingt sind. Was das Versuchsverfahren an betrifft, so ist dasselbe in einigen Versuchsreihen identisch mit dem von Mülleb und Schumann angewandten Verfahren, in anderen Versuchsreihen 'habe ich eine von Professor G. E. Mülleb und Dr. A. Pni- zbcjkjeb durch eine gröfsere Anzahl von Versuchsreihen erprobte Methode zur Vergleichung von Assoziationsstärken benutzt, welche später noch im einzelnen beschrieben werden soll. Durchgängig operierte ich mit zwölfsilbigen normalen1 Silben¬ reihen. Hinsichtlich der Besultate der Mer 'berichteten Experimente mache ich von vornherein darauf aufmerksam, dafs denselben lediglich eine qualitative Bedeutung zukommt. Die Eigenart des vorliegenden Problems bringt es zunächst mit sich, dafs 1 Über die Bedeutung dieses Ausdruckes, sowie über das Verfahren überhaupt, siehe Müllbe-Schumann in dieser Zeitschrift 6. Band. S. 83 ff