(Aus dem psychologischen Institut in Göttingern) Die Assoziationsfestigkeit in ihrer Abhängigkeit von der Verteilung der Wiederholungen. Von Dr. Adolf Jost. Einleitung. Die vorliegende Untersuchung behandelt die Einflüsse der Verteilung bezw. Anhäufung von Wiederholungen einer Vor¬ stellungsreihe. Wenn wir uns irgend eine Seihe z. B. von Zahlen oder Worten einzuprägen suchen, so können wir hierbei in zweifacher Weise verfahren. Wir können zum Beispiel die betreffende Reihe sofort 30 mal durchsehen, oder durchlesen, wir können aber auch diese 30 Wiederholungen auf mehrere Tage verteilen und die Reihe etwa an drei Tagen je 10 mal wiederholen. Es handelt sich nun zunächst darum festzustellen, welche Art der Anordnung ftür das direkte Lernen oder für das Behalten auf längere Zeit die günstigere ist. Über diese Frage liegen bereits einige Versuche von Ebbinghaus1 vor, der bei dieser Gelegenheit zuerst auf das Problem und seine Be¬ deutung auimerksam machte. Ebbinghaus fand, dafs bei einer Reihe von 12 sinnlosen Silben 68 unmittelbar aufeinander¬ folgende Wiederholungen die Wirkung hatten, dafs am nächsten Tage das Wiedererlemen der Reihe nur noch sieben Wieder¬ holungen beanspruchte. In einem anderen Falle wurden da¬ gegen auf eine gleichartige Reihe nur 38 Wiederholungen verwandt, diese 38 Wiederholungen aber in gewisser Weise auf drei Tage verteilt und zwar so, dafs die Reihe am ersten Tage gerade bis zur Erlernung gelesen und am zweiten und 1 Siehe Ebbin g ba re, Über dtu Gtdäcktm*. Seite 122.