Über den Sitz und die physische Grundlage der Affekte. Von G. SekGi in Rom. I. Um Mifsverständnisse zu vermeiden, ist es zunächst an¬ gezeigt, die Terminologie festzustellen. Unter Affekten verstehe ich diejenigen Phänomene, welche den affektiven Charakter des Schmerzes oder der Lust haben, soweit sie durch Vorstellungen oder durch sinnliche Bilder erzeugt werden; mit dem Namen Gefühle bezeichne ich jedes Phänomen mit affektivem Charakter, durch welche Ursache es auch hervorgerufen wird, sei es durch Vorstellungen oder durch intellektuelle Ursachen — Affekte — oder durch organische, physische Ursachen — physische Lust oder physischer Schmerz. Der Ausdruck Gefühle ist also der allgemeinere und be¬ greift zwei Klassen in sich: 1) Affekte, 2) physischen Schmerz und physische Lust, welche durch Reize auf die Sinnesorgane oder auf die organischen Gewebe (innere oder Gemeinempfin- düngen) bedingt sein können. Aus diesen beiden Klassen von Gefühlen hat man zwei völlig verschiedene und getrennte Phänomene gemacht, wie wenn das eine zu dem anderen in keiner Beziehung stünde. Die Affekte sind als Thatsachen intellektueller Natur mit Sitz und Entwickelung im Gehirn gedeutet worden. Nun sind aber die organischen Beziehungen in jeder Form bei den Affekten sichtbar und durch Bewegungen, die deshalb emotionelle heifsen und ihre Sprache oder ihre Äufserungen vorstellen, leicht zu konstatieren. Man leugnet sie daher auch nicht, erklärt sie aber