(Aus dem Psychologischen Seminar der Universität Berlin.) Über Kombinationstöne und einige hierzu in Beziehung stehende akustische Erscheinungen. Von Max Meyer. Mit 9 Figuren im Text. I. Helmholtz’ Theorie der Kombinationstöne. Die Kombinationstöne sind eine auf dem Gebiete der Sinnesempfindungen insofern einzig dastehende Thatsache, als hier — wenigstens dem Anscheine nach — bei gleichzeitiger Einwirkung zweier Heize auf das Sinnesorgan nicht nur die diesen beiden primären Heizen entsprechenden, sondern noch eine (oder mehrere, was wir vorläufig dahingestellt sein lassen wollen) weitere Empfindung zu stände kommt. Gleich hier nun drängt sich uns die Frage auf, ob denn diese hinzukommende Em¬ pfindung in der That erst durch das gleichzeitige Einwirken zweier Heize auf das Sinnesorgan zu stände kommt, oder ob nicht vielleicht schon in den tönenden, d. h. schwingenden Medien, noch bevor jene primären Wellenbewegungen bis zum eigentlichen Sinnesorgane gelangen, solche Bewegungen ent¬ stehen, durch deren Ein wirk en auf die Nervenendigungen die zu den primären hinzukommenden sekundären Empfindungen ausgelöst werden. Nun hat H. von Helmholtz thatsächlich theoretisch den Nachweis geführt, dafs solche Bewegungen, sei es in einer schwingenden Luftmasse, sei es im Trommelfell, entstehen können. Damit scheint denn das ganze Problem der Kombinationstöne gelöst zu sein. Zeitschrift für Psychologie X* 12