168 Litter aturbericht. Als zweites Stadium betrachtet Verfasser sodann die teils negativ durch Hemmung in der derzeitigen psychischen und physischen Sphäre, teils positiv durch Erzeugung anderweitigen, der angestrebten Reproduktion dienlichen psychischen Inhalts zu stände kommende Verstärkung und Spezialisierung des Motivs. In dem dritten Stadium endlich, dem der „lokalisierenden Bezugnahme auf den Gesamtverlauf der Bewufstseinszustände“ werden durch sog. gefühlsmäfsige Prüfung die Beziehungen festgestellt zwischen der das Motiv spezialisierenden Gruppe von psychischen Elementen und den Residuen der vorangegangenen Bewusstseinsinhalte einerseits, der Gesamthandlung andererseits. Es findet eine apperzeptive Einreihung statt, die bis zum Höhepunkt des Affekts gesteigerten Hemmungs- und Erregungserscheinungen schwinden, und die Aufmerksamkeit, die bisher ausschliefslich auf den Reproduktionsvorgang gerichtet war, geht zu anderen Dingen über. A. Pilzecker (Göttingen). C. L. Herrick. Notes of child experiences. Journ. of Comparât, neurolog. Vol. V. S. 119—123. 1895. "Wie bekanntlich manche Menschen beim Hören von Tönen oder beim Auftauchen gewisser Begriffe Farbenwahrnehmungen haben, so beobachtete Verfasser einen Knaben, der bei dem Operieren mit be¬ stimmten Ziffern Gestalten, einen Zwerg, einen Soldaten, einen alten Mann, u. s. w. erblickte. Das Lösen arithmetischer Aufgaben war von . einem Durcheinander dieser Bilder, einer Schlacht ähnelnd, begleitet. Verfasser betont , im Anschlufs hieran die Neigung des kindlichen Alters, Gegenstände und Begriffe zu personifizieren, und die besondere Disposition der Jugend zu Gesichtshalluzinationen. Schaefer (Rostock). Dugas. Recherches expérimentelles sur les différents types d’images. Lev. pliilos. Bd. 39. S. 285—292. (März 1895.) Es kam D. darauf an, festzustellen, welche Phantasiebilder das Vernehmen ein und desselben Wortes bei den verschiedenen Geistern hervorruft. Beim Vernehmen des Wortes „glouglou“ zauberte die Phantasiethätigkeit der einen Versuchsperson das Bild einer Flasche vor und ein unbestimmtes Geräusch, eine andere Versuchsperson glaubte nur ein Geräusch zu hören, andere Versuchspersonen hatten nur Gesichts¬ bilder: bald eine Hand, welche den Hals einer Flasche umstülpt, bald ein Glas, welches geleert wird, bald eine grüne Flasche. Im allgemeinen ist zu bemerken, dafs, wenn man das Gedächtnis für eine Sinnes¬ empfindung, welche dem Gebiete des Geschmacks, Geruchs, Gefühlssinns, Temperatursinns, Muskelsinns und Tastsinns angehört, wachzurufen versucht, das Erinnerungsbild selten dem betreffenden Sinnesgebiete selbst angehört, meist dem Gebiete des Gesichts- und Gehörsinns. Der Geist wählt sich diejenigen Bildertypen aus, welche seiner Natur am meisten entsprechen. Also bei der Phantasiethätigkeit kommen die affektiven Sinne gegenüber den repräsentativen fast gar nicht in Betracht, und unter den repräsentativen wird dem optischen vor dem akustischen