Li itéra turbtrïch t. 1Ö5 andere Anschauung nicht gut möglich, da Johanna unzweifelhaft halluzi¬ niert hat. Andererseits aber haben so tüchtige Psychiater, wie Hagbn, Brierre db Boishont u. a. m., kein Bedenken getragen, die Jungfrau trotz ihrer Halluzinationen für geistesgesund oder doch wenigstens nicht für geisteskrank zu erklären. Dafs Hirsch diese Frage durch seine Broschüre der Entscheidung näher gebracht habe, läfst sich nicht behaupten. Erkrankte Johanna wirklich, wie Hirsch es annimmt, mit 13 Jahren an Wahnideen und Halluzinationen, war sie thatsächlich in einer so frühen Zeit ihres Lebens schon geisteskrank, dann würde eine so frühzeitige Erkrankung aller Erfahrung nach ihre weitere geistige Entwickelung gehemmt haben und die Kranke in Schwachsinn versunken sein, während sich umgekehrt ihre geistige Kraft mit ihren höheren Zielen entwickelt und ihre höchste Kraft und Entäufserung in dem Kampfe um ihr Leben erreicht. Zwei volle Monate dauerte ihr Prozefs, und täglich wurde sie von 60 geistlichen Beisitzern verhört. In diesen Verhören entfaltete das einfache Mädchen, das nicht lesen und schreiben kann, eine solche geistige Kraft und Gewandtheit, dafs sie die Bewunderung ihrer Gegner erweckt, und wenn diese auch Kinder ihrer Zeit, und diese Zeit eine gottserbärmliche war, so geht doch das eine klar daraus hervor, dafs Johanna ihren Gegnern zum mindesten gewachsen, wenn nicht gar Über¬ legen war. Schwachsinnig war sie demnach sicherlich nicht, und wie Hirsch ihr als Verrücktheit anrechnen will, was ihre ganze Zeit und Umgebung mit ihr glaubte und für wahr hielt, will mir auch nicht recht scheinen. Mit denselben Beweisgründen müfste man noch ganz andere Leute für verrückt erklären, die ebenfalls Sinnestäuschungen gehabt und im Sinne ihrer Zeit gedacht und gehandelt haben. Was Hirsch ungelöst gelassen hat, wird voraussichtlich noch manchen Berufenen und Unberufenen in die Schranken rufen. Schickt sich doch das fromme Frankreich an, die bereits selig Gesprochene in den Beigen der Heiligen einzureihen, was dem Advokaten des Teufels Gelegenheit geben wird, die alte Frage nochmals gründlich zu erörtern. Pel man. C. Lombroso. Der Antisemitismus und die Juden im Lichte der modernen Wissenschaft. Autorisirte deutsche Übersetzung von Dr. H. Kurblla. Leipzig. Georg H. Wigands Verlag. 1894. 114 S. Die Juden sind nicht reine Semiten, sondern aus einer Mischung mit vorwiegend arischen Volkselementen hervorgegangen. Der grofse Prozentsatz von Brachycephalie unter den Juden ist eine Erbschaft des alten Volkes der Hethiter, das bereits etwa 2000 Jahre v. Oh. eine hoch- entwickelte Kultur besafs, die Blondhaarigkeit bei den Juden entstammt zum grofsen Teile der im alten Testamente mehrfach erwähnten, in den Nachlassen ihrer Kultur noch heute an der nordafrikanischen Küste nachweisbaren Völkerschaft der Amoriter, die spezifisch jüdische Nase ist das Produkt einer Kreuzung mit Armeniern. Den reinen alt-semitischen Typus bewahren in Sprache, Schädelform, Teint und Nasenbildung nur