lÀttera turberich t. 129 Während Salz destilliertes Wasser in Süfs überführt, führt Süfs dasselbe im allgemeinen in die eigene Qualität über, d. h. Zucker an einem Zungenrande läfst Wasser am anderen Rande ebenfalls süfs er« scheinen, zum Teil auch salzig und bittersalzig. In ähnlicher Weise, wie Süfs und Salzig, kontrastieren Sal2ig und Sauer, Süfs und Sauer, letztere nur bei suocessiver Applikation auf der gleichen Schmeckfläche, die beiden ersten Paare aufserdem auch bei simultaner Reizung homologer Zungenteile. Innerhalb der Reihen Süfs-Bitter, Sauer-Bitter konnte kein kon¬ träres Verhältnis nachgewiesen werden, doch kommen vielleicht individuell begrenzte Kontraste vor. W. Nagel (Freiburg). M. von Fest. Beiträge sur Physiologie des Schmerssinnes. Ber. d. math.* phys. Klasse d. Sächs. Ges. d. Wiss. z. Leipzig. Sitzung vom 2. Juli 1894. (S. 185—196.) — — Zweite Mitteilung. Sitzung vom 8. Dezember 1894. (S. 288—296.) Willibald A. Nagel. Die Sensibilität der Conjunctiva und Cornea des menschlichen Auges. Pflügers Arch. Bd. 59. S. 568—595. (1895.) — Zur Prüfung des Drucksinnes. Pflügers Arch. Bd. 69. S. 595—603. (1895.) M. von Fret. Beiträge sur Sinnesphysiologie der Haut. Dritte Mit¬ teilung. Ber. d. math.-phys. Klasse d. Sächs. Ges. d. Wiss. z. Leipzig. Sitzung vom 4. März 1895. (S. 166—184.) Von Fret geht aus von der Erfahrung, dafs leichte Einwirkungen auf die B[aut als Druck und Berührung, stärkere dagegen als Schmerz empfunden werden. Eine nähere Erwägung führt ihn zu der Annahme, dais die Verschiedenheit dieser Empfindungen nicht auf Intensitäts¬ unterschiede im Erregungszustände eines und desselben nervösen Apparates zurückgeführt werden könne, sondern dafs dieselbe nach den Forderungen der Lehre von der spezifischen Energie der Sinnesorgane an besondere Endapparate getrennter Nervenstämme gebunden sein müsse und dafs wir daher auch in dieser Beziehung spezifisoh verschiedene „Sinnes¬ punkte14 der Körperoberfläche zu unterscheiden hätten. Für die Zu¬ gehörigkeit dieser Hautpunkte zu verschiedenen nervösen Systemen einen exakten Beweis zu liefern, ist vorzugsweise die Aufgabe der erst¬ genannten von FasTschen Berichte. Verfasser glaubt, diesen Nachweis einmal aus den Ergebnissen von Schwell bestimmungen, sodann aber auch aus Qualitätsunterschieden, die sich in dem Charakter der durch die betreffenden Sinnespunkte vermittelten Empfindungen aufweisen lassen, erbringen zu können. Dementsprechend suchte von Fret ein Versuchs¬ verfahren auszubilden, welches bei der Möglichkeit, die Intensität der verwandten Reize leicht zu variieren, den letzteren zugleich immer nur eine sehr geringe Angriffsfläche darbieten durfte. Um diese Bedingungen allseitig erfüllen zu können, wurde als Reizmittel eine Serie verschieden starker Haare benutzt, von denen jedes bei einer Länge von 20—40 cm an das eine Ende je eines 8 cm langen, bei den Versuchen als Handhabe dienenden Holzstäbchens senkrecht zu dessen Achse aufgeklebt war. Die Einwirkung eine9 solchen Haares auf die Haut läfst sich, wie Zeitschrift für Psychologie X. 9