428 Li tteraturbericht. des Seelenlebens auf die hypothetischen Elementarprozesse der beiden ersten Teile gewidmet. Da die Lex parsimoniae bei der Aufstellung der Elementarprozesse wenig beachtet worden ist, so wird diese Zurück- führung allerdings nicht zu schwierig. Einen wesentlichen Fortschritt hat der Beferent in den 13 Kapiteln dieses Teiles nirgends finden können. Die Darstellung ist fliefsend und durchweg gemeinverständlich. Auf die Beschreibung komplizierter Apparate und Versuchsanordnungen ist durchweg Verzicht geleistet. Litteratur ist allenthalben zitiert, öfter allerdings etwas willkürlich ausgewählt. Der Index ist leider nicht sehr vollständig. Die Benutzung des Buches, dessen Disposition ohnehin nicht sehr klar ist, wird dadurch noch weiter erschwert. Im ganzen erscheint das Buch weniger zur Einführung in die wissenschaftliche Psychologie als zu einem Überblick über die Hauptresultate und Hauptfragen der¬ selben geeignet. Ziehen (Jena). Minor studies from the psychological laboratory of Cornell University. Amer. Journ. of Psychology. VI. 3. S. 408—426. (1894.) Die Mitteilungen über kleinere Studien des unter Leitung von E. B. Titchener stehenden Cornell-Laboratoriums werden in dem vor¬ liegenden Artikel fortgesetzt. 1. B. Watanabe. Two points in reaction-time experimentation. Der Verfasser äufsert zu Eingang seiner Erörterung die auch in Deutschland oft genug gehörte Beschwerde, dafs trotz aller Beaktions- versuche das psychologische Verständnis des Beaktionsvorganges noch immer sehr im Argen liege, und wendet sich sodann zur Beantwortung der beiden Fragen: 1. Welchen Wert hat die Kontrolle des Beaktions¬ vorganges durch die innere Wahrnehmung des Beobachters? 2. Darf man bei der Berechnung der Durchschnittswerte abweichende Zahlen streichen? Auf Grund einer Anzahl in Tabellen mitgeteilter Versuche kommt der Verfasser betreffs der ersten Frage zu dem Ergebnis, dafs hierbei streng unterschieden werden mufs zwischen der Kontrolle bei der sensoriellen und muskulären Beaktion. Bei sensorieller Beaktion erweise sich das Protokoll des Beagenten durchweg als sehr zuverläfsig, bei der muskulären nicht. Es fehlen sogar bei dieser die natürlichen Be¬ dingungen einer genügenden Selbstkontrolle. Damit sei zugleich die zweite Frage beantwortet: Bei der sensoriellen Beaktion habe man die von dem Beobachter selbst als schlecht bezeichneten Beaktionen zu ver¬ werfen, obgleich dabei vielleicht manche korrekte Zahl wegfalle. Bei der muskulären aber habe man die offenbar fehlerhaften Beaktionen zu streichen, für den Best seien weitere Streichungen praktisch unnötig, da die muskulären Zeiten bei einem geübten Beobachter sehr regel- mäfsig werden. 2. H. W. Knox. On the quantitative determination of an optical illusion. Die von Aubert und Kundt versuchte quantitative Bestimmung der bekannten Täuschung, dafs eine punktierte Linie unter gewissen Um¬ ständen länger erscheint als eine objektiv gleiche leere Punktdistanz,