Über die Anzahl der unterscheidbaren Spektralfarben und Helligkeitsstufen. Von Arthur König. (Mit einer Figur im Text.) Die Anzahl der im Spektrum unterscheidbaren Nuancen sowohl wie der unterscheidbaren Helligkeitsstufen hat man, soweit mir bekannt ist, noch niemals genau zu bestimmen versucht, obschon doch seit mehreren Jahren das Beobachtungs¬ material vorliegt, aus dem diese Zahlen durch eine leichte Rechnung abzuleiten sind. I. Die spektralen Farbentöne. Bezeichnen X und X dX die Wellenlängen zweier in dem Farbenton eben merklich voneinander unterschiedener mono¬ chromatischer Lichter, so ist dX eine mit X sich ändernde Gröfse, die wir daher als Funktion von X auffassen können. Der reziproke Wert von öX giebt nun die Anzahl der Nuancen an, welche wir in einem Intervall des Spektrums unterscheiden können, in dem sich X um die für dasselbe gewählte Einheit ändert, und die gesamte Anzahl der unterscheidbaren spektralen Nuancen ist daher gleich dem über das ganze sichtbare Spektrum ausgedehnten Integral 1. Für sein normales tri chromatisches Farbensystem hat nun Hr. W. Uhthoff1 die Werte von äX experimentell 1 W. Uhthoff, Gräfes Arch. Bd. ,34. Abt. 4. S. 1. 1888.