Der LASÈGUEsehe Symptomenkomplex. Eine psychologische Studie. Von Dr. S. Landmann. In seinem Buche „Der Geisteszustand der Hysterischen“ hat Pierre Janet1 die „wesentlichen Bestandteile“ der diesen Komplex darstellenden „wesentlichen Kennzeichen“ in folgenden Sätzen ausgedrückt: „1. Der Kranke ist unfähig, irgendwelche Bewegung an der anästhetischen Seite ohne Beihülfe des Gesichtssinnes aus¬ zuführen. 2. Bei gewissen Versuchen kann die mit Hülfe des Gesichts¬ sinnes begonnene Bewegung dann ohne diese Hülfe fortgesetzt werden. 3. Die Gesichtsvorstellungen oder selbst die Tast¬ empfindungen können die Gesichtswahrnehmungen ersetzen, vorausgesetzt, dafs sie dem Individuum gleich beim Beginne der Bewegung von der Lage des Gliedes Nachricht geben.“ In meinem Buche über „Die Mehrheit geistiger Persönlich¬ keiten in Einem Individuum“2 habe ich die Theorie aufgestellt, dafs die menschlichen Bewegungen, welche anfangs durch einfache Gefühlseindrücke entstehen, in den späteren Ent- wiekelungsstadien dadurch zu stände kommen, dafs in dem subkortikalen Bewegungszentrum durch die Vorstellungen des mit diesem verbundenen subkortikalen Sehzentrums Bewegungs¬ vorstellungen allmählich gebildet werden, welche unmittelbar oder vermittelst des Gefühlszentrums in instinktive, bewufste oder selbstbewufste Muskelthätigkeiten umgesetzt werden. In 1 Siehe diese Zeitschrift Bd. VII. S. 234. 2 Verlag von Ferd. Enke, Stuttgart 1894. 186 S.