Untersuchung der Herstellung der subjektiven Gleichheit usw. 79 lieh hinstellen können. Immerhin wäre nach der Meinung W. Wirths die Möglichkeit a priori noch nicht sicher auszuschließen, daß sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Stufen bei sehr vielen Ver¬ suchen wenigstens innerhalb des Hauptgebietes der Unsicherheit einigermaßen ausgleichen *). Die Natur der Sache nötigt uns gar nicht, uns auf rein apriorische Überlegungen zu beschränken, sondern gestattet sehr wohl eine rein empirische Prüfung, durch welche vor allem das Dunkel aufgehellt werden muß, das nach Müller über die ganze Einstellungstätigkeit des Beobachters bis zur Erlangung des endgültigen Fehlreizes liegt. »Der direkteste Weg zur Entscheidung scheint immer noch darin zu bestehen, sagt W. Wirth, daß man einfach den wirklichen Verlauf sämtlicher Stadien der Einstellung bis zur endgültigen Anerkennung eines Reizintervalles durch irgendeine Registrierung so konkret als möglich verfolgt«* 2). Hierdurch wird man dann insbesondere auch von der speziellen Voraussetzung einer völligen Gleichwertigkeit aller Intervalle unab¬ hängig und könnte selbst dann, wenn sich auf diesem Wege die Unzulänglichkeit einer an sich wenig plausiblen Annahme ergibt, durch den konkreten Einblick in die Verschiedenheiten der einzelnen Intervalle eine Angleichung an die »Konstanzmethode« versuchen. Als eine rückläufige Kontrolle der ganzen Prüfung glaubte ich dann auch noch durch die direkte Vergleichung mit den Resultaten bei Anwendung der Methode der richtigen und falschen Fälle hinzuziehen zu sollen, wie es auch Lipps seinerzeit schon getan hat3). Wenn auch selbst im Falle der Richtigkeit der Lippsschen Voraussetzung nicht zu verlangen ist, daß der K.-G. der Gleichheitsfälle in beiden Fällen äußerlich völlig übereinstimme, da selbst eine zweimalige An¬ wendung der Methode der richtigen und falschen Fälle auf das näm¬ liche Material kaum jemals die nämliche Verteilung der Gleichheitsfälle zeigen kann, und daher eine direkte Prüfung unserer Voraussetzung auf direktem Wege schwer möglich ist, so wird doch ein Vergleich der hieraus berechneten Mittelwerte und Streuungsmaßwerte gewisse Rückschlüsse zulassen. In welcher Weise die einzelnen Abszissen- *) W. Wirth, Psychophysik, S. 267. 1912. 2) W. Wirth, Zur erkenntnistheoretischen und mathematischen Begründung der Maßmethoden für die Unterschiedsschwelle (Arch. f. d. ges. Psychol. S. 57 f. Bd. XX. 1911). 3) a. a. O., Die Maßmethoden der experimentellen Psychologie. 1904. 6*