160 Litter a turberich t Wie schon bemerkt, kann man über manches, was hier als unzweifelhaft angeführt wird, seine eigene Meinung haben, und dem Schlufssatze dennoch zustimmen, da dergleichen Gegenstände offenbar aufserhalb der Sphäre eines Kriminalgesetzbuches liegen.) Pelman. Josiah Royce. Mental defect and disorder from the teachers point of view. Educational Review. New York. Holt & Co., 1893 u. 1894. Vol.VI. No. 3—5; Vol. VII. No. 1. Berichterstatter hat früher schon wiederholt und an verschiedenen Orten tadelnd darauf hingewiesen, dafs die wissenschaftliche Pädagogik in Deutschland krankhafte Geisteszustände, die doch bei vielen Kindern entschieden vorliegen, durchweg nicht berücksichtigt hat. Neuerdings ist den Pädagogen die Psychiatrie durch Kochs Werk über die psycho¬ pathischen Minderwertigkeiten zwar etwas näher gerückt worden ; es fehlt aber gleichwohl noch sehr viel, dafs sie in der pädagogischen Psychologie die gebührende Stellung einnähme. Soll es in dieser Beziehung wesentlich besser werden, mufs man gewisse Partien aus der Psychiatrie mit der Psychologie in enge Ver¬ bindung bringen und die pädagogische Anwendung davon machen; das wird sich am besten durch die Ausarbeitung von kleinen Monographien thun lassen. Berichterstatter hat deshalb geglaubt, mit einer Sammlung solcher Monographien „zur pädagogischen Pathopsychologiea beginnen ■zu sollen, und gedenkt auch einen Teil der Arbeit von Royce in dieselbe aufzunehmen. Royce hat vor Pädagogen eine Reihe psychologischer Vorträge ge¬ halten und sich im Anschlufs daran über die krankhaften Erscheinungen des Geisteslebens bei Kindern und der reiferen Schuljugend verbreitet. Die Arbeit besteht aus vier Teilen. Zunächst wird auseinandergesetzt, warum und innerhalb welcher Grenzen sich der Lehrer mit psychia¬ trischen Dingen zu beschäftigen habe; sodann wird eine Übersicht über die Vorgänge im normalen Seelenleben gegeben; hierauf zeigt der Ver¬ fasser, wodurch sich das geistige Leben des Erwachsenen in den Haupt zügen als krankhaft charakterisiere, und endlich verbreitet er sich über das Eigenartige der psychischen Störungen und psychopathischen Grenz¬ zustände im Kindes- und Jugendalter. Obschon der Verfasser also eine eigentliche Monographie nicht bietet, so scheint dem Berichterstatter die Arbeit für Pädagogen doch höchst wertvoll zu sein, da sie ihnen in geschickter Weise den Zugang .zu einem Gebiete eröffnet, das die Pädagogik innerhalb der nächsten Jahrzehnte besonders in der wissenschaftlich bisher sehr vernachlässigten Lehre von der Zucht stark beeinflussen wird. Dem Berichterstatter würde es zu grofser Freude gereichen, wenn Royce dieser Arbeit, die als eine Art Einleitung gelten kann, einige Monographien im engeren Sinne folgen liefse. Er würde an seinem Teile sehr gerne dafür Sorge tragen, dafs sie auch in Deutschland Be¬ achtung fänden. Ufer (Altenburg).