Ueber die Zeit, welche näthig damit ein Ge¬ sichtseindruck zum Bewusstsein kommt und über die Grösse (Extension) der bewussten Wahrnehmung bei einem Gesichtseindrucke von gegebener Dauer. Von HT. Haxt aus St. Petersburg-. Bei Anstellung der von Helmholtz angegebenen und von S. Exner ausgeführten Versuche über die zu einer Gesichtswahr¬ nehmung nöthige Zeit1) beobachtet man leicht, dass wenn als Ge¬ sichtszeichen eine Anzahl von gedruckten Buchstaben auf weissem Papier gebraucht wird, man bei verschiedener Dauer des Reizes und positiven Nachbildes bald einen, bald zwei, bald mehrere Buchstaben aus der ganzen Reihe derselben wahrnimmt. Diese Beobachtung diente zum Ausgangspunkte der hier vorgelegten Untersuchung. Was zunächst die dabei gebrauchten Apparate betrifft, so ver¬ weise ich auf die angeführte Abhandlung und will hier nur erwäh¬ nen, dass die ganze Einrichtung im Wesentlichen aus zwei runden metallenen Scheiben bestand, die durch den Helmholtz’schen Elek- tromagnetomotor in — in gewissen Grenzen — beliebig schnelle und gleichmässige Rotation versetzt werden konnten und zwar so, dass die eine Scheibe (hintere) sich zwölfmal schneller drehte als die andere (vordere). Die Axenlager der Scheiben sind auf einem Brett in gewisser Entfernung von einander befestigt und zwischen den Scheiben befindet sich ein kleines Fernrohr. Die hintere Scheibe bestehet aus zwei Platten, zwischen denen man beliebige Sammt- oder Papiersektoren befestigen kann, während die vordere Scheibe mit einem Ausschnitte von V12 ihres Umfanges versehen ist, so dass beim Hineinsehen durch eine beliebig zu stellende, am Apparate an¬ gebrachte Spalte nach dem Umfange der vordem Scheibe man durch den Ausschnitt derselben den Umfang der hintern Scheibe einmal vor dem Fernrohr Vorbeigehen sieht, während bei den folgenden elf Umdrehungen der hintern Scheibe der Umfang derselben durch den Umfang der vordem Scheibe verdeckt wird. Auf diese Weise ist es möglich, zwischen den beiden Platten der hintern Scheibe Carton- 1) Sitzungsber. d. Acad. d. Wissensch. in Wien. B. LVIII, Abth. II, 1868. Pflüger, Archiv für Physiologie Bd. IV. 24