I. Wissenschaftliche Originalarbeiten, Aufsätze. Zur Kenntnis der Erbliehkeitsverhältnisse der Eigenschaft Winferfestigkeit beim Weizen. Von Dozent Dr. H. Nilsson-Ehle, Svalöf (Schweden). Dass die physiologische Eigenschaft Winterfestigkeit beim Weizen eine erbliche Eigenschaft darstellt und denselben Gesetzen bei der Vererbung folgt wie andere Eigenschaften, dafür habe ich schon früher mehrere experimentelle Belege im Laufe der Jahre seit 1900 allmählich vorgeführt.1) Der systematischen Untersuchung dieses Gegenstandes stehen zwar insofern Schwierigkeiten im Wege, als die erblichen Differenzen nur nach gewissen Wintern hervortreten; bei Svalöf in Südschweden sind während der Periode 1900—1912 nur vier Jahre eingetroffen, wo der Winterfrost grösseren Schaden angestiftet hat, 1901, 1905, 1909 und 1912. Anderseits ist aber diese Eigenschaft für die Züchtung so wichtig, nicht nur für die nordischen Länder, sondern auch anderswo, und Kenntnisse ihrer Erblichkeitsverhältnisse besonders bei Kreuzungen von so grossem Interesse,2) dass eine Ver¬ öffentlichung von nach und nach gewonnenen Erfahrungen kaum über¬ flüssig ei scheint. Die ausführliche vollständige Darstellung meiner sämtlichen Beob¬ achtungen auf diesem Gebiete hoffe ich anderswo geben zu können und werde hier nur in Angliederung an schon früher mitgeteilte Befunde einige neueste Tatsachen vorzuführen, welche die früher von mir mit¬ geteilten in einer besonderen Richtung vervollständigen. In einem 0 In Sveriges Utsädesförenings Tidskrift 1901, S. 154—176 (eine Zusammen¬ stellung von Beobachtungen über die Winterfestigkeit der Winterweizensorten in den Svalöf er Versuchsfeldern der Ja are 1898—1899 und 1900—1901; Ibidem 1905, S. 14—18 (über die Winterfestigkeit der Weizensorten bei Svalöf im Winter 1905). — Einige Ergebnisse von Kreuzungen bei Hafer und Weizen. Botan. Notiser 1908, S. 257—294. — Mendelisme et acclimatation. IVe Conférence internat, de génétique à Paris 1911. — Über die Winterweizenarbeiten in Svalöf in den Jahren 1900—1912. Vortrag gehalten an der 3. Versammlung der Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht in Breslau, Juni 1912. *') Was z. B. von berufener Seite von Pli. de Vilmorin am VIII. Internationalen landwirtschaftlichen Kongresse in Wien 1907 liervorgehoben wurde (Bd. II, Sektion III A, Bapport 4). 1*