Referate über neuere Arbeiten auf dem Gebiete der Pflanzenzüchtung. Zusammengestellt von Professor Dr. C. FRUWIRTH in Wien.1) Henning, Ernst. Studien über das Blühen der Gerste und einige damit verbundene Erscheinungen. I. Orien¬ tierende Beobachtungen und Gesichtspunkte. (Mitteilung von Ul tuna, Landw. Institut No. 1. Upsala 1906.) In „Botaniska Notiser“ 1905 hat Verf. schon eine Mitteilung über seine Beobachtungen über das Blühen der Gerste gegeben.2) In der vorliegenden Arbeit wird ein ausführlicherer Bericht über denselben Gegenstand gegeben. Die Gerste dürfte in der Regel kleistogam blühen; aber da nackter Staubbrand (U. Hordei) und Mutterkörner nicht selten die genannte Getreideart angreifen, deutet dies darauf hin, dass offene Blüten doch nicht ungewöhnlich sind. Das Blühen kann übrigens stattfinden, sowohl wenn die Ähre ganz aus der Scheide hervorgetreten, als wenn sie noch ganz in derselben eingeschlossen ist. Im allgemeinen blühen die Ähren, wenn sie mit ihren Spitzen aus der Scheide hervortreten. Bei trockenem Wetter können die Ähren nur mit Schwierigkeit hervortreten, weshalb das Blühen dann innerhalb der Scheide stattfindet, und dies war das gewöhn¬ liche Verhältnis während der trocknen Sommer 1904 und 1905. Betreffs der relativen Blütezeit bei verschiedenen Blüten in derselben Ähre gilt als Regel, dass die Blüten bei oder nahe an der Mitte zuerst blühen und dass sowohl bei zwei- als vierzeiliger Gerste die Seitenblüten später als die Blüten der 1) Nach längeren Bemühungen ist es erfreulicherweise gelungen, aus Svalöf Originalreferate zu erlangen. Die heutige Referatensammlung besteht nur aus solchen. Sämtliche Referate sind von H. Niissos-Ehle in Svalöf erstattet. Einige der älteren Arbeiten bringen Ergebnisse, die seither auch von anderen Seiten festgestellt worden sind. 2) Referat im Journal für Landwirtschaft 1905, S. 380.