von der genauen Bestimmung der Intensität des Elementarstrahles absehen und nur im Allgemeinen untersuchen, welche Erscheinungen die Interferenzfarben dar¬ bieten müssen. a, Senkrecht stehender Cylinder und Hohlcylinder. Für den Cylinder wird vorausgesetzt, dass die Elemente des gleichen Radius rücksichtlich der Richtung ihrer Schwingungsebenen genau unter einander über¬ einstimmen, dass alle Radien, welche in einer durch die Axe gelegten Ebene liegen, einander gleich sind, und dass alle auf einem zur Axe rechtwinkligen Querschnitt befindlichen Radien sich so verhalten, als ob der nämliche Radius im Kreise herumgeführt würde. Den einfachsten Fall bietet der senkrecht stehende Cylinder oder Cylindcnnantel. Da in demselben die doppelbrechenden Elemente in horizontalen Radien liegen, welche vom Centrum nach allen Seiten gerichtet sind, so zeigt er gleichzeitig alle diejenigen Erscheinungen, welche man nach und nach erhält, wenn man einen Cry stall um seinen verticalen Durchmesser dreht. Dabei ist es gleichgültig, welche Richtung die Elastizitätsaxen zeigen; es können 2 derselben mit dem Radius und der Cylinderaxe parallel sein, oder sie können mit denselben beliebige Winkel bilden. Immerhin sind es nur die zwei in der Querschnittsebene resultirenden Elastizitäten, welche wirksam werden, indem die Elastizität parallel der Cylinderaxe keinen Effect hat. Bei Anwendung von weissem Licht erscheinen auf dem Cylinderdurchschnitt 4 Radien, die zusammen ein rechtwinkliges Kreuz bilden, schwarz; es sind die¬ jenigen Stellen, wo die Schwingungsebenen mit denen der beiden Polarisations¬ prismen zusammenfallen. Die Quadranten zwischen den 4 dunkeln Radien, wo die Schwingungsebenen mehr oder weniger von dieser orthogonalen Richtung ab¬ weichen, sind von der nämlichen Interferenzfarbe erleuchtet, und zwar zeigen sie sich je in der Mitte, wo die Schwingungsebenen diagonal gestellt sind, am hell¬ sten. Das Nöthige hierüber ist schon Pag. 61—62 gesagt. Wenn die Schwingungsebenen in den doppelbrechenden Elementen radial - und tangential- gestellt sind, so ist das schwarze Kreuz in dem Cylinder oder Cylindermantel orthogonal (Fig. 34, wo die Kreuze -f- die Lage der Schwin¬ gungsebenen, AA und BB die Schwingungsebenen des Polarisators und Analy¬ sators angeben). Bilden dagegen die Schwingungsebenen mit den Radien und haben. Der Calcul müsste ferner den doppelbrechenden Elementen noch bestimmte optische Eigenschaften zuweisen; er müsste sie als einaxig oder zweiaxig betrachten, und ein be¬ stimmtes Verhältniss ihrer Elastizitiits - oder Dichtigkeitsaxen voraussetzen. Die Coinbina- tionen sind hier so zahllos, dass eine Anwendung auf die wirklichen Objecte, in denen fast alle Andeutungen darüber mangeln, als unmöglich erscheint. Bei der Behandlung der bis¬ herigen Probleme waren alle diese Voraussetzungen unnöthig, weil es sich nur um zwei in einer Ebene liegende Elastizitäten handelte. In der Kugel oder im liegenden Cylinder von der angegebenen Structur sind die drei Axon der optischen Elemente nach allen Richtungen im Raume gekehrt; sie sind daher alle 3 wirksam und müssen in der Rechnung berück¬ sichtigt werden.