248 Darwin und Kopernicus. Entstellungen und Verleumdungen, welche sogar auf der Rednerbühne des Landtages laut wurden, und, wenn auch kräftig zurückgewiesen, dadurch weite Verbreitung fanden. Die ÜARWiN’sche Lehre gegen nicht ebenbürtige Wider¬ sacher zu verteidigen, dabei mein Verhältnis zu ihr nochmals darzulegen, wäre der Wissenschaft, meiner selber nicht würdig. Auch haben sich öffentlich so viele und gewichtige Stimmen für mich erhoben, und ich habe neben jenen Schmähbriefen so viele beifällige Zuschriften erhalten, daß ich die Gegner ruhig ihrem ohnmächtigen Grimm überlassen kann. Doch bin ich als Schriftsteller zu eitel, um einen mehr die Form betreffenden Irrtum nicht zu erwähnen, in welchen damals fast alle Zeitungen verfielen. Da sie, wie gesagt, den Hergang nur vom Hörensagen kannten, schrieben sie mir die literarische Ungeheuerlichkeit zu, daß ich den Nachruf in die Festrede ‘Über Friedrich II. in englischen Urteilen’ ein¬ geflochten habe, ja die mir feindseligen Blätter wiesen hierauf als auf einen besonders erschwerenden Umstand hin, weil Friedrich, für seine Person leider Freigeist, es doch nicht an Achtung vor der nun durch Darwin bedrohten Religion habe fehlen lassen!“ 2 (S. 246). Geschichte der Physik. Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin usw. Leipzig 1879. S. 147. 3 (S. 246). Nachdem in Nr. 702 der ‘Nature’ (A weekly illustrated Journal of Science. Vol. XXVII. April 12, 1883, p. 557. 558) eine Übersetzung des Nachrufes erschienen war, machte in Nr. 706 (Vol. XXVIII. Mai 10, 1883, p. 42. 43) ein Korrespondent darauf aufmerksam, daß Faraday nicht, wie am Schluß des Nachrufes angenommen werde, in West¬ minster Abbey begraben liege, sondern in ungeweihter Erde (unconsecrated ground) zu Highgate. Ich hätte mich dessen erinnern sollen, da auf der letzten Seite des Werkes meines Freundes Bence Jones (The Life and Letters of Faraday, 1870. vol. IL p. 486) sogar Faraday’s Grabmal auf Highgate (Faraday’s tomb in Highgate Cemetery) abgebildet ist. An der Sache selber wird dadurch nichts geändert. Wenn Faraday nicht in Westminster ruht, so liegt dies an seiner eigenen letztwilligen Verfügung über sein Begräbnis (1. c. p. 482). Gern hätte mit der ganzen englischen Nation Dean Stanley dem größten physikalischen Entdecker aller Zeiten die Pforten des englischen Pantheons geöffnet; er selber äußerte sich in diesem Sinne gegen meinen Freund Prof. Tyndall. Ich ließ deshalb oben den Fehler stehen, da ich Grund hatte, jede Änderung des angeschuldigten Textes zu vermeiden.