XXIX. Darwin und Kopernicus. Ein Nachruf. Aus dem in der Friedrichs-Sitzung der Akademie der Wissenschaften am 25. Januar 1883 statutenmäßig verlesenen Bericht über die seit der letzten gleichnamigen Sitzung eingetretenen Personalveränderungen.1 Cieco error — — —- — — — — — Sord' invidia, vil rabbia, iniqno zelo, Crudo cor, empio ingegno, strano ardire Non bastaranno à farmi Varia bi'una. Non mi p or rann' avanti gl'occhi il veto, Non faran mai ch'il mio bel sol non mire. Giordano Bruno. — — — Ungewöhnlich schwere Verluste erlitten während des verflossenen Jahres die physikalisch-mathe¬ matischen Wissenschaften. Ein fruchtbarer und erfin¬ dungsreicher Mathematiker, der als Herausgeber einer der bedeutendsten Zeitschriften seines Faches ein Men¬ schenalter lang eine leitende Stellung in der französischen Wissenschaft einnahm; der Chemiker, welcher durch die erste organische Synthese das Trugbild der Lebenskraft zerstreuen half; der Physiologe, der ein uraltes Rätsel der Menschheit löste: solcher Männer Verschwinden hinterläßt tief empfundene, nicht sobald auszufüllende Lücken. Aber den Glanz der Namen Liouville, Wühler, Bischoff überstrahlt der des ersten Namens auf unserer Totenliste, Charles Darwin. Fast alle gelehrten Gesell¬ schaften der Welt widmeten ihm einen Nachruf. Diese Akademie fand dazu noch keine Gelegenheit. Es scheint geboten, der Erwähnung seines Ablebens einige Worte