Zur Morphologie der Schnecke des Menschen nnd der Säugethiere. Von Dr. V. Hensen, Prosector in Kiel. Mit 2 Figuren in Holzsehn. u. Taf. XXXII—XXXIV. Vorliegende Arbeit giebt, was vom Autor während eines mit einigen Unterbrechungen eine Anzahl Jahre hindurch gepflogenen Studiums der Schnecke aufgefunden ward. Es sind die Verhältnisse des Fötus mit be¬ rücksichtigt worden; das hindert jedoch nicht, dass bei der Ausarbei¬ tung die Lücken und ungelösten Zweifel mit sehr drückender Wucht hervortraten. Ursprünglich lag es im Plan das eigentliche histiologische Detail auszuschliessen, als nun unmerklich auch die feineren Verhältnisse mit hineingezogen werden mussten, ward zu rasch der nicht gleich zu ersetzende Vorrath verbraucht, so dass der Leser eben mehrfach auf Theile stösst, über die im Dunkeln zu bleiben er mit Recht dem Autor die Schuld geben wird. Da es aber doch scheint, dass die Kunde der Schnecke, namentlich jener des Menschen, der sehr viele Zeichnungen entnommen werden konnten, durch diese Veröffentlichung gemehrt und geläutert werden kann, ist vielleicht doch Hoffnung da, die Arbeit noch freundlich aufgenommen zu sehen. Es ist bekannt genug, dass bei der Erforschung unseres Gegen¬ standes noch einmal die geschickt angewandte Loupe das Compositum überwunden bat. Reissner's1) und Reichert's2) Angaben, dass man in der Schnecke noch einen besonderen Canalis cochlearis unterscheiden müsse, stehen alles Widerspruchs ungeachtet nunmehr als die allein richtigen da. Das thun sie freilich erst nach der Bestätigung, welche ihnen durch 1) De auris internae formatione Diss. Dorpt. 1851 u. ZurKenntniss der Schnecke, Müller’s Archiv 1854. 2) Bullet, de la class, mathémat. de St. Petersbourg. Tom. X. Nr. 222. Zeitschr. f. wissenseh. Zoologie. XIII. Bd. 31