XXL Über das absolute Sphygmogramm und seine klinische Be¬ deutung, nebst kritischen Bemerkungen über einige neuere spygmomanometrische Arbeiten. Von Prof. Sahli, Bern. (Mit 17 Abbildungen.) Wohl jeder der sich etwas intensiver mit Sphygmographie be¬ schäftigt hat, und an diese Untersuchungsmethode erfüllt von der Hoff¬ nung herangetreten ist, durch dieselbe wichtige Aufschlüsse für-die funktionelle Diagnostik der Zirkulationsstörungen zu erhalten, wird mehr oder weniger enttäuscht worden seiii durch die Tatsache, daß diese Methode, welche sich auf die exakte Messung räumlicher und zeitlicher Größen zu stützen vermag und dadurch eine Brücke zwischen den exakten Wissenschaften und der klinischen Medizin zu schlagen scheint, doch eigentlich so wènig brauchbare Auskunft gibt. Unzweideutige Aufschlüsse gibt der Sphygmograph eigent¬ lich bloß über Verschiedenheiten der Pulsfrequenz und des Puls- riiythmus und über Größenanomalien einzelner Pulswellen in der nämlichen Kurve. Alles andere, speziell die Form der Pulswellen wie sie der Sphygmograph notiert, ' ist mehrdeutig, wie sowohl die theoretische Überlegung als die klinische Beobachtung der Krank¬ heitsfälle lehrt, da kein einziges Sphygmogramm des Einzelpulses gedacht werden kann, welches nicht auf durchaus verschiedene Weise zustande kommen könnte. Ich betone speziell, daß für mich auch alle Schlüsse aus der Form der Pulskurve auf den Blutdruck hinfällig geworden sind, Seitdem ich mich an der Hand von Blut¬ druckmessungen am Menschen und Tier davon überzeugte, daß die meist angenommenen Beziehungen zwischen der Zahl und Lage der Sekundärelevationen und dem Blutdruck zwar für einen Teil der Fälle aber keineswegs regelmäßig zutreffen. So fand ich einmal beim Hunde mittels des direkt auf die Femoralartefie applizierten