161 Die Raumschwelle der Haut bei Successivreizung* Von M. von Frey und R. Metzner. Die Durchführung der vorliegenden Untersuchung ist durch äufsere Umstände sehr verzögert worden. Begonnen im Herbst 1898 in Zürich, wurde sie bis zum August 1899 soweit gefördert, dafs der physikalisch - medicinischen Gesellschaft zu Würzburg eine vorläufige Mittheilung über die Ergebnisse gemacht werden konnte. Der Wechsel des Wohnsitzes des einen von uns, die dadurch bedingte gröfsere Entfernung der Verfasser und die Schwierigkeit eine für beide von Berufspflichten freie Arbeitszeit zu finden, haben die Wiederaufnahme der Versuche um zwei Jahre hinausgeschoben. Inzwischen ist ihnen die Arbeit von A. Brückner 1 zu gute gekommen, welche nicht nur eine noth- wendige Ergänzung der Aufgabe darstellt, sondern auch zu einer Verfeinerung der Hülfsmittel führte, von welcher in den vor¬ liegenden Versuchen mit geringen Aenderungen Gebrauch ge¬ macht wurde. Das Verfahren E. H. Webeb’s 2, zwei Punkte der Haut durch die gleichzeitig aufgesetzten Spitzen eines Cirkels zu erregen, giebt, wie man jetzt weifs, die Raumschwelle der Haut nur für diese specielle Fragestellung. Es war diesem Forscher bereits bekannt und ist von allen späteren Untersuchern, namentlich von Judd 8 bestätigt worden, dafs bei ungleichzeitiger Reizung die erkennbaren Abstände wesentlich kleiner sind. Es beweist dies nicht, wie Judd meint, dafs die Methode Weber’s un¬ brauchbar oder weniger zuverlässig ist (S. 423), sondern dafs durch jedes der beiden Verfahren eine andere Schwelle be- 1 Diss., Würzburg 1901 und diese Zeitschrift 26, S. 33. 2 R. Wagner, Handwörterb. der Physiologie III2 und separat Braun¬ schweig 1851. s Philosophische Studien 12, S. 409. Zeitschrift für Psychologie 29. 11