446 Kritik der elastischen Manometer. Es sind Gründe der verschiedensten Art, die mich bewegen, über alle meine Untersuchungen auf diesem Gebiete zusammen¬ fassend und möglichst erschöpfend zu berichten. Zunächst solche mehr äufserlicher Natur. Ich konnte die Mitteilungen über meine Untersuchungen nur sehr lückenhaft gestalten, einen gröfseren Teil der Ergebnisse habe ich in Sätzen niedergelegt, die ich nicht weiter durch Vorlegung der experimentellen Daten begründete, ich hatte auch nicht den richtigen Leitfaden gefunden, um die Arbeiten in folgerichtiger Weise aneinander reihen zu können. Die Arbeiten sind wohl deshalb teilweise unbeachtet geblieben, zum Teil falsch aufgefafst worden. Schon aus diesen Gründen hätte sich eine Wiederveröffentlichung unter Mitteilung der sämtlichen experi¬ mentellen Daten rechtfertigen lassen. Zu diesem Schritte wurde ich aber gezwungen, nachdem ich eine Theorie der Dynamik des Herzmuskels aufgestellt hatte1), deren Folgerungen selbstverständlich nach den Grundlehren der naturwissenschaftlichen Forschung experimentell geprüft werden müssen. Ich habe absichtlich diese Theorie zu einem Zeitpunkte aufgestellt, in dem ich das experimentelle Material gerade so wie heute noch ganz unvollständig geordnet hatte. Ich wollte sie nicht post i'estum aufstellen, sie sollte mir selbst als Finger¬ zeig zur Auffindung neuer Tatsachen dienen. Ich kann auch jetzt noch nicht darüber urteilen, ob sie eine wesentliche Be¬ deutung für die Erklärung der Erscheinungen besitzt. Es mufs erst der Geltungsbereich derselben festgestellt werden. Aber der Charakter der mathematisch analytischen Formulierung, die nur strenge, wohl meistenteils prüfbare Folgerungen zuläfst, bürgt dafür, dafs sie nicht zur Zwangsjacke für die weitere Forschung wird, sondern ihr den weitesten Spielraum läfst. Die mathe¬ matische Fassung verhindert noch weiter, dafs unsere Theorie nur eine Sammlung von vagen Vergleichen bildet, die an Stelle der klaren Tatsachen gesetzt wäre, ohne dem Prinzip der Ökonomie des Denkens in irgend einer Weise Genüge geleistet zu haben. 1) Isometrie und Isotonie des Herzmuskels. Zeitschr. f. Biol. Bd.41 S. 14.